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Medien & TV Zeitschriftenverleger kündigen Tarifvertrag
Nachrichten Medien & TV Zeitschriftenverleger kündigen Tarifvertrag
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15:53 29.06.2009
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VDZ-Justitiar Dirk Platte begründete dies am Montag in Berlin mit der „extremen wirtschaftlichen Lage“ der Verlage vor allem im Anzeigengeschäft. Bei Anzeigeneinbrüchen um bis zu 40 Prozent bei manchen Publikumstiteln müssten spürbare Einschnitte bei den im Manteltarif vorgesehenen Zusatzleistungen erfolgen. Somit hätten sich die VDZ-Landesverbände entschieden, erstmals die Kündigung des seit 1998 geltenden Vertrages auszusprechen. Der nordrhein-westfälische Landesverband hatte diesen zum 30. Juni gekündigt.

Der Deutsche Journalisten-Verband (DJV) kritisierte den Schritt. „Die Zeitschriftenverleger wollen offenbar die derzeitige wirtschaftliche Lage nutzen, um hohe journalistische Qualität zu niedrigeren Konditionen zu bekommen“, sagte der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken. Für eine dauerhafte Tarifabsenkung vor dem Hintergrund der augenblicklichen Umsatzeinbußen stehe der DJV nicht zur Verfügung.

Zusammen mit ver.di und dem VDZ hatte der DJV im März einem Tarifvertrag zur Beschäftigungssicherung im Zeitschriftenbereich zugestimmt. Er bietet Verlagen in nachgewiesenen wirtschaftlichen Schwierigkeiten die Möglichkeit, von den bestehenden Tarifverträgen befristet abzuweichen.

VDZ-Verhandlungsführer Herbert Ludz bezeichnete diesen Vertrag als „wichtige Vereinbarung der Tarifpartner“. Gebraucht würden aber „nachhaltige Veränderungen“ bei einer ganzen Reihe von Regelungen im Manteltarifvertrag, etwa beim zusätzlichen Urlaubsgeld und der Jahresleistung. Ebenso müssten die tarifliche Arbeitszeit und die Kündigungsfristen überprüft werden. Die Verhandlungen mit den Journalistengewerkschaften werden laut VDZ am 18. September in Berlin aufgenommen. ddp

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