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Medien & TV ZDF-Intendant reicht Zeitungsverlagen die Hand
Nachrichten Medien & TV ZDF-Intendant reicht Zeitungsverlagen die Hand
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14:16 22.03.2010
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Die öffentlich-rechtlichen Sender und die Zeitungshäuser sollten Partner im Bemühen um Qualität und Vielfalt im Journalismus sein, sagte Schächter am Montag bei der Eröffnung der 43. Mainzer Tage der Fernsehkritik.

Angesichts der Kritik am Umfang des Online-Angebots der öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten zeigte er sich besorgt, wie sich die Akteure und Veranstalter des Qualitätsjournalismus gegenseitig bekämpften und schwächten. „Wir bewachen immer noch die falsche Tür. Unsere Gegner sind andere“, sagte Schächter unter Bezug auf wenig kontrollierbare internationale Medienkonzerne im Netz.

Er versicherte, das ZDF trete an keiner Stelle in einen wirtschaftlichen Wettbewerb mit den Zeitungsverlagen. Das garantiere nicht zuletzt die im Gesetz verankerte Selbstbeschränkung der öffentlich-rechtlichen Sender. ZDF und ARD wollten auch nicht ihre private Konkurrenz verdrängen. Vielmehr sollten die Qualitätsmedien eine „Allianz gesellschaftspolitischer Verantwortung“ bilden.

Schächter verwies dabei auf die „explosionsartige Steigerung“ von Informationen ins Unüberschaubare im Internet. Es gebe einen Trend, sich gegen die Überforderungen der Globalisierung in private Nischen zurückzuziehen. Dieses „Cocooning“ sei eine Gefahr für die Gesellschaft, weil brisante öffentliche Themen aus dem Blick gerieten.

Der Ulmer Hirnforscher Prof. Manfred Spitzer betonte die Verantwortung der Sendeanstalten: „Die Feinstruktur unseres Gehirns wird tatsächlich beeinflusst vom Fernsehkonsum.“ Fernsehmacher müssten sich daher immer gut überlegen, was für Spuren eine Sendung in den von sich aus lernwilligen Gehirnen ihrer Zuschauer hinterlasse.

Bei dem zweitägigen Symposium im ZDF-Konferenzzentrum in Mainz diskutieren mehrere hundert Experten über das Thema „Neue Wahrheiten - Wer traut wem in der vernetzten Welt?“

dpa