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13:00 12.06.2009
Vista war gestern: Windows 7 kommt bald auf den Markt.
Vista war gestern: Windows 7 kommt bald auf den Markt. Quelle: afp
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Um EU-Wettbewerbsrecht zu entsprechen, werde der Browser nicht vorinstalliert, teilte der US-Konzern Microsoft am Donnerstag in den USA mit. Die EU-Kommission will nun prüfen, ob durch den Schritt die freie Wahl der Verbraucher gewährleistet würde.

Dem Softwareriesen zufolge soll der Microsoft-Browser Internet Explorer den Nutzern in Europa gesondert in einer leicht zu installierenden Version angeboten werden, statt wie bislang vorinstalliert beim Betriebssystem Windows. Browser sind Programme, die das Navigieren im Internet ermöglichen, Betriebssysteme bringen den Computer zunächst einmal überhaupt zum Laufen.

Wegen der Vermarktung von Windows und Internet Explorer im Paket wirft die EU-Kommission dem Softwareriesen einen mutmaßlichen Verstoß gegen das Wettbewerbsrecht vor. Microsoft missbrauche offenbar seine marktbeherrschende Stellung, indem es den Vertriebsvorteil für den Internet Explorer ausnutze. Windows läuft auf rund 90 Prozent der PCs. Ist der Internet-Explorer dort vorinstalliert, hätten andere andere Browser geringere Chancen, sich im Wettbewerb zu behaupten, argumentiert die Behörde. Konkurrenten des Internet Explorer sind unter anderem Firefox, der Google-Browser Chrome und Opera.

Auf die Ankündigung von Microsoft reagierte die Kommission am Donnerstagabend zurückhaltend. Das Wettbewerbsverfahren solle „in Kürze“ entschieden werden, hieß es in einer Erklärung. Wenn die Kommission abschließend einen Verstoß von Microsoft gegen Wettbewerbsregeln feststelle, werde als mögliche Lösung vorgeschlagen, den Verbrauchern eine Auswahl verschiedener Browser anzubieten - und nicht die Auslieferung des Betriebssystems ohne Browser.

Für Groß- und Einzelhandel sieht die Kommission dabei verschiedene Möglichkeiten vor. Computerhersteller sollten unter Umständen selbst entscheiden können, ob sie Windows mit Internet Explorer, einem anderen Browser oder einer Auswahl installierten. Die meisten Computer werden den Kunden direkt mit Betriebssystem verkauft. Werde das Betriebssystem dagegen unabhängig von einem PC im Einzelhandel angeboten, solle Microsoft voraussichtlich selbst eine Auswahl von Browsern zur Verfügung stellen.

Die EU-Kommission und Microsoft liegen seit Jahren im Streit. In einem ähnlichen Fall hatte die Behörde eine Rekord-Wettbewerbsstrafe über fast 500 Millionen Euro verhängt, weil das Unternehmen sein Medienabspielprogramm Media Player mit Windows gekoppelt hatte.

Windows 7, der Nachfolger des aktuellen Windows Vista, soll weltweit ab dem 22. Oktober verkauft werden. Für Microsoft steht viel auf dem Spiel. Der Verkauf einer neuen Version bedeutet Einnahmen in Milliardenhöhe. afp