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11:25 12.12.2018
Nach Wunderlist haben Christian Reber (l.) und Jan Martin mit Pitch ein neues Unternehmen gegründet. Quelle: Jan Martin
Brandenburg/H.

Es muss ein merkwürdiges Gefühl für Christian Reber gewesen sein, an diesem ersten Tag bei seinem neuen Arbeitgeber. „Als ich bei Microsoft zum ersten Mal am Schreibtisch gesessen habe, wusste ich gar nicht wohin mit mir“, erzählt der Brandenburger. „Ich habe schnell gemerkt, dass das nichts für mich ist.“

Jahrelang hatte Reber vor diesem Tag sein eigenes Ding gemacht, hatte alle Freiheiten – und er hat sie genutzt. Zusammen mit Jan Martin, seinem Kumpel aus Schulzeiten und einem Team hatten sie das Start-Up „6Wunderkinder“ gegründet und die erfolgreiche App „Wunderlist“, eine To-Do-List fürs Smartphone entwickelt. Bis Microsoft kam und den Wunderkindern um Reber und Martin ein Angebot machte, das sie nicht ablehnen konnten. Zwischen 100 und 200 Millionen Dollar bezahlte der Technologieriese aus den USA im Jahr 2015 für „6Wunderkinder“, schrieb das Wall Street Journal. Der Deal machte die Gründer zu Millionären – und verschaffte Reber einen neuen Arbeitsplatz.

Denn im Gegensatz zu Martin, musste Reber vertraglich vereinbarte zwei Jahre bei Microsoft bleiben – und nutzte die Zeit, sich zu überlegen, was danach kommen sollte. „Ich hatte die Optionen mich irgendwo anstellen zu lassen, Vollzeit in andere Projekte zu investieren oder wieder zu gründen“, erzählt Reber. Er entschied sich für letzteres.

Neues Start-Up: Angriff auf Power Point

Zusammen mit Jan Martin und einem neuen Team steckt er heute, gut drei Jahre nach dem Verkauf an Microsoft bereits komplett im nächsten Projekt. Die neue Firma der Brandenburger heißt Pitch und soll dieses Mal noch höher hinaus. „Wir hatten schon immer den Traum einen großen deutschen Technologiekonzern aufzubauen“, sagt Reber.

Ihr neues Produkt soll eine echte Alternative zur bekannten Präsentationssoftware Power Point werden, übrigens einem Microsoft-Produkt. „Wir wissen, dass das vor uns schon 500 andere Start-ups versucht haben. Aber Power Point ist eine gefühlt schon 30 Jahre alte Software und nicht wirklich optimal. Wir glauben, dass dort viel Potenzial liegt.“

Knapp 20 Millionen Euro Startkapital von externen Geldgebern – auch von einem Fernsehstar

Und das glauben auch die neuen Investoren. Rund 17 Millionen Euro Startkapital hat Rebers und Martins neue Firma eingesammelt – ein beachtlicher Betrag. Zu den Geldgebern gehören namhafte Akteure der Branche wie der US-amerikanische Wagniskapitalgeber Index Ventures, der schon den Aufbau von Facebook und Skype mitfinanzierte. Auch Frank Thelen, Rebers Freund und Fernsehstar aus der Vox-Sendung „Höhle der Löwen“ ist wieder dabei. „Mit diesem Geld sind wir mindestens die kommenden drei Jahre durchfinanziert“, sagt Reber.

Und so geht nun alles ganz schnell. Bereits den Spätsommer des kommenden Jahres peilen Reber und Martin mit Pitch an. Dann soll ihre Powerpoint-Alternative nach einer Testphase auf den Markt kommen. Zu viel wollen die beiden über ihr neues Produkt deswegen aktuell noch nicht verraten – aus Angst den Konkurrenten einen Vorteil zu verschaffen. Aber optimal für Teams soll es sein und kompatibel mit dem in Unternehmen populären Messenger-Dienst Slack.

Berlin oder Brandenburg?

Pitch selbst sitzt in Berlin Mitte. „Das war damals wirtschaftlich einfach nicht anders machbar. Wer gründen und dabei erfolgreich sein wollte, musste nach Berlin“, sagt Reber. Heute aber sei das schon anders. Viele Technologie-Start-Ups arbeiten mittlerweile remote, stellen ihren Mitarbeitern also frei von wo sie arbeiten. „Würde ich jetzt nicht schon in Berlin leben und würde noch einmal gründen, hätte ich das wahrscheinlich sogar in Brandenburg getan“, sagt Reber.

Von Ansgar Nehls/MAZ/RND

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