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Medien & TV „Wetten, dass ..?“: Kein Grund durchzudrehen
Nachrichten Medien & TV „Wetten, dass ..?“: Kein Grund durchzudrehen
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18:12 09.06.2013
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Was hat dieser Mann nur gemacht? Hat er gefordert, ein Liter Benzin solle sechs Euro kosten? Nein, Markus Lanz hat „Wetten, dass ..?“ moderiert. Doch manches deutsche Seelchen kocht, als habe der 44-Jährige vorgeschlagen, die Bundesliga zu verbieten.

„Billig“, „vulgär“, „unterstes Niveau“ - so lauten Kommentare zu der Mallorca-Ausgabe in Zuschauer-Blogs. Da fragt man sich, wieso diese Menschen den Fernseher überhaupt angeschaltet haben. Aber vielleicht haben sie ja auch nur kurz ihre Lektüre „Probleme der Moralphilosophie“ von Theodor W. Adorno unterbrochen, um am nächsten Tag mitreden zu können.

Scheinheilig ist auch, mit welchem Eifer einige Medien vermeintliche Schwachstellen des Moderators anprangern. Weil Stefan Raab die schwangere Michelle Hunziker mit „Berlusconi kanns nicht lassen, was?!“ begrüßte, titelte die „Welt online“: „Raab kocht Lanz gleich am Anfang ab“ - was wäre wohl los gewesen, wenn Markus Lanz so unter die Gürtellinie der Schweizerin gegangen wäre?

„Wetten, dass ..?“ ist eine Unterhaltungssendung. Schon immer waren die Gäste merkwürdig, schon immer haben die Moderatoren ihnen nicht richtig zugehört, schon immer waren die Wetten durchgedrehter Quatsch. Das soll so sein, dadurch unterscheidet sich die Show von „Plusminus“ und Regenwald-Dokus. Und Markus Lanz ist ein netter, mitunter etwas überforderter Showmaster. Auch kein Grund durchzudrehen.

Wer sich mehr Niveau wünscht, hat viele Möglichkeiten. Umschalten ist eine. Auf 3Sat lief am Sonnabend zeitgleich „Das Labyrinth - der Zauberflöte zweyter Theil“ mit dem Mozarteumorchester Salzburg. Komisch, taucht in den Top Ten der TV-Quoten gar nicht auf.