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Medien & TV Weiter Wirbel um NDR-Fernsehfilmchefin
Nachrichten Medien & TV Weiter Wirbel um NDR-Fernsehfilmchefin
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13:49 30.08.2009
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Drehbuchautor Pim Richter („Tatort“) vom Vorstand des Verbandes Deutscher Drehbuchautoren sagte einem Bericht des Nachrichtenmagazins „Der Spiegel“ zufolge: „Wir hatten schon fast drei Jahre lang Hinweise auf ’Niklas Becker’.“ Niemand habe es sich aber „mit einer so mächtigen Institution“ wie Heinze verscherzen wollen.

Der NDR hatte am Donnerstag mitgeteilt, dass die Redaktionsleiterin Fernsehfilm mit sofortiger Wirkung suspendiert sei und angekündigt, eine fristlose Kündigung vorzubereiten. Heinze habe eingeräumt, dass ihr Ehemann in den Jahren 2001 bis 2009 über zwei Produktionsfirmen insgesamt fünf Drehbuchaufträge für Fernsehfilme erhalten habe. Beim NDR sei er unter dem Pseudonym Niklas Becker aufgetreten.

ARD-Programmdirektor Volker Herres sagte laut „Spiegel“, Heinze sei „eine Leistungsträgerin und eine große Kreative“ gewesen, daher sei ihr Fall „umso tragischer und eigentlich unverständlich“. Herres fügte hinzu: „Im Lichte einer solchen Erfahrung wird man immer prüfen, ob wir uns gegen solche Betrügereien noch besser schützen können.“ Aber wenn einer arglistig täusche, sei so etwas kaum zu verhindern.

Regisseur Thorsten Fischer hatte dem Bericht zufolge bei den Arbeiten am Drehbuch zu dem Film „Katzenzungen“, das er von Heinze erhielt, vergebens versucht, „Niklas Becker“ zu kontaktieren. „Er sei schwer zu erreichen, lebe viel im Ausland, hieß es erst, und später, es gebe überhaupt keine Kontaktmöglichkeit“, sagte Fischer. Er habe das Buch, das ihm zu dürftig erschien, schließlich komplett neu geschrieben. Allerdings stand am Ende auch Becker als Ko-Autor auf dem Drehbuch, worauf Heinze bestanden habe, hieß es. ddp