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Medien & TV Wann bettelt Weimer um „Pardon“ ?
Nachrichten Medien & TV Wann bettelt Weimer um „Pardon“ ?
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19:09 25.07.2012
Von Michael Lange
GUT GELAUNTES TRIO (von links):Peter Böhling, Wolfram Weimer undDaniel Häuser planen ein Comeback für „Pardon“. Quelle: Alexander von Spreti
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Hannover

Zum 50. Geburtstag des legendären Magazins will Weimer zunächst eine Jubiläumsausgabe produzieren. Geplantes Erscheinungsdatum: „Irgendwann zwischen 11. November und Nikolaus“, wie Weimer schon mal probehalber witzelte. Preis: fünf Euro.

Sollte das Projekt erfolgreich sein, kann Weimer sich eine dauerhafte Installierung des Titels vorstellen. „Ich habe den Mut, dass daraus ein regelmäßig erscheinendes Heft wird“, sagte er dem Kress-Mediendienst. Weimer plant zunächst eine Auflage von 70000 Exemplaren, würde aber gerne bei 100000 landen.

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Die Namensrechte hat sich Weimer vom 82-jährigen Gründungsverleger Hans A. Nikel gesichert. „Nikel träumte schon ewig davon, dass jemand die alte Marke wiederbelebt“, berichtete Weimer. Versucht hatte das 2004 der Jenaer Satiriker Bernd Zeller, der allerdings 2007 kläglich scheiterte.

So weit will Weimer, der den Neustart selbst finanziert, es jedoch nicht kommen lassen. Dafür soll schon das illustre Team sorgen, dass er für das Projekt um sich geschart hat. Als Chefredakteure heuerte er Peter Böhling und Daniel Häuser an, die Macher des Medienmagazins „Clap“, das sich an „Neugierige, Eitle und Schadenfrohe“ wendet und schon oft gestreichelt wurde. Als Autoren will das Trio prominente Namen gewinnen. Die Rede ist von Harald Schmidt, Eckhard von Hirschhausen und Hellmuth Karasek. Und Weimer will die Crème de la Crème: „Wie versammeln die besten Satiriker und zeigen, was die Szene hergibt“, sagte er Kress.

Auch der Redaktionsort symbolisiert Weimers Ambitionen: Das Team sitzt im Olaf-Gulbransson-Museum am Tegernsee, dem Wohnhaus des norwegischen Zeichners, der schon in der Kaiserzeit im „Pardon“-Vorläufer „Simplicissimus“ dreiste Karikaturen veröffentlichte. Mit der „Titanic“, deren Wurzeln im alten „Pardon“-Magazin liegen, soll Weimers Magazin jedoch nicht vergleichbar sein – er findet den Mitbewerber zu grob gestrickt. „Titanic“-Titelseiten wie zuletzt den Pinkel-Papst („Halleluja im Vatikan – Die undichte Stelle ist gefunden“) werde es in der neuen Pardon nicht geben: „Ich finde diese Art von Humor zu plump, da steckt keine Entlarvung und keine weitere Erkenntnis drin“, sagte Weimer auf Spiegel online.