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Medien & TV Wahl-o-Mat als Entscheidungshilfe
Nachrichten Medien & TV Wahl-o-Mat als Entscheidungshilfe
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15:36 04.09.2009
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Platz Eins ist nicht überraschend, das ist die eigene Partei. Anders sieht es beim nachfolgenden Ranking aus. „Mich überrascht jetzt doch, dass es einen relativ großen Abstand zur SPD gibt“, sagt er und fügt beschwichtigend hinzu: “ Aber immerhin sind Union und FDP mit riesigem Abstand auf den letzten Plätzen für mich gelandet.“ Statt der Sozialdemokraten sieht der Wahl-O-Mat Bartsch’ Positionen denen der Grünen und Violetten näher als denen der SPD. Die Sozialdemokraten landen in der Analyse nur auf Platz Vier.

Die Vertreter von Union, SPD, FDP, Linkspartei und Grünen gehören am Freitag in Berlin zu den ersten Nutzern, die den gerade freigeschalteten Wahl-O-Mat ausprobieren. Das Tool, das in Deutschland erstmals zur Bundestagswahl 2002 eingesetzt wurde und ursprünglich aus den Niederlanden stammt, ermöglicht es den Wählern, anhand von 38 Thesen seine eigenen politischen Positionen mit denen der zur Bundestagswahl zugelassenen Parteien zu vergleichen. Danach wird ermittelt, welche Partei dem Nutzer am nächsten steht.

Für den Präsidenten der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb), Thomas Krüger, steht bereits jetzt fest: „Der Wahl-O-Mat ist ein Hit, eine echte Killerapplikation.“ Er zeigt sich zuversichtlich, dass das Tool zumindest die Nutzerzahl der vergangenen Bundestagswahl erreichen werde. Damals hatten 5,1 Millionen Menschen den von einer vom bpb betreuten Jungredaktion erstellten Wahl-O-Mat durchgespielt. Gleichzeitig verweist er auf die Bedeutung des Tools bei der Wählermobilisierung. Rund acht Prozent der User gaben danach bei der Bundestagswahl 2005 an, nach Nutzung des Tools nun doch wählen zu gehen. Damit sei der Wahl-O-Mat eindeutig ein „Aktivierungsinstrument“, betonte Krüger weiter.

Bei der Vorstellung am Freitag schaffen es neben Bartsch auch alle anderen Parteivertreter, ihre eigene Partei an oberster Stelle stehen zu haben. Und selbst bei den weiteren Platzierungen ergeben sich wenige Überraschungen. So stehen beim SPD-Bundesgeschäftsführer Kajo Wasserhövel die Grünen auf Platz Zwei, die Union ist aber erst nach Linken und FDP aufgeführt. Ein Zeichen, dass eine große Koalition damit wohl nicht denkbar wäre, will er dadurch nicht sehen. „Jetzt schauen wir erstmal, was der 27. September bringt“, sagt Wasserhövel.

Egal, wie die einzelnen Analysen an diesem Tag ausfallen, insgesamt sind sich alle Parteivertreter über die Bedeutung des Tools einig. „Der Wahl-O-Mat ist ein gutes Mittel, um vor allem junge Menschen für den Gang zur Wahlurne zu begeistern“, sagt etwa Lutz Stroppe (CDU), Bereichsleiter für politische Programme und Analysen. Der Wahlkampfmanager der Grünen, Rudi Hoogvliet, bezeichnet das Tool als „einen guten Einstieg“. Zugleich äußern alle kleinere Änderungsvorschläge, die zukünftig noch eingebaut werden könnten. Doch zunächst sind nun die rund 62,2 Millionen Wahlberechtigten in Deutschland aufgerufen, den Wahl-O-Mat in den nächsten Wochen zu testen und ihren eigenen Nutzen daraus zu ziehen. ddp

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