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18:09 13.09.2009
Von Heike Manssen
Insbesondere für Kinder ist Politik schwer zu verstehen. Zu kompliziert, zu langweilig. Es liegt an den Erwachsenen, Eltern und Lehrern Kindern und Jugendliche überhaupt auf das Thema aufmerksam zu machen.
Insbesondere für Kinder ist Politik schwer zu verstehen. Zu kompliziert, zu langweilig. Es liegt an den Erwachsenen, Eltern und Lehrern Kindern und Jugendliche überhaupt auf das Thema aufmerksam zu machen. Quelle: Franz Fender (Archiv)
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Angela oder Frank-Walter, Renate oder Guido – reden können sie alle, viel und ausdauernd. Doch was wollen die Politiker eigentlich? Gute Frage, keine Antwort. Insbesondere für Kinder ist Politik schwer zu verstehen. Zu kompliziert, zu langweilig. Es liegt an den Erwachsenen, Eltern und Lehrern Kindern und Jugendliche überhaupt auf das Thema aufmerksam zu machen. Ist Interesse erst einmal geweckt, gibt es diverse Angebote in den Medien zur kommenden Bundestagswahl.

So treten demnächst beide Kanzlerkandidaten in den jungen Radios der ARD auf und stellen sich im „Kanzlercheck“ den Fragen der Hörer. Zu den Sendern gehören unter anderem Bremen4, FRITZ, MDR Sputnik, N-JOY und 1LIVE. Eine Stunde lang schalten sie ihr Programm zusammen und eröffnen damit erstmals Jüngeren die Möglichkeit, die Kanzlerkandidaten direkt zu befragen, per Telefon, mail, SMS, Audio, Video oder über verschiedene soziale Netzwerke.

Vom „Kanzlercheck“ im Radio gibt es einen Video-Livestream, der auf den Webseiten der Radiosender gesehen werden kann. Außerdem besteht die Möglichkeit, das Gehörte direkt online zu kommentieren. Frank-Walter Steinmeier stellt sich am 15. September von 14 bis 15 Uhr den Fragen, Bundeskanzlerin Angela Merkel einen Tag später von 13 bis 14 Uhr. Wer nach all dem Gerede endlich auch einmal sein Kreuzchen auf dem Stimmzettel machen will, kann dies tun, auch wenn der 18. Geburtstag und damit das offizielle Wahlrecht noch in weiter Ferne liegt.

Das Projekt „U18“ macht es möglich. Die Bildungsinitiative will Kindern und Jugendlichen Politik näherbringen, ihnen helfen, Wahlprogramme zu kapieren oder Politikerfloskeln zu entschlüsseln. Dazu bieten sie ein informatives Internetangebot, sowie Aktionen vor Ort an. Höhepunkt des Jugendprojekts ist dabei die Wahl für Kinder und Jugendliche am 18. September, neun Tage vor der echten Bundestagswahl. An diesem Tag werden in ganz Deutschland etwa 800 Wahllokale geöffnet sein, allein in Niedersachsen sind es über 90. Das Ergebnis der bundesweiten Abstimmung wird noch am Abend gegen 22 Uhr verkündet. Genaueres über die Jugendwahl sowie eine Auflistung der Wahllokale und Termine ist im Internet unter www.u18.org zu finden.

Davon abgesehen gibt es im Netz reichlich Informationen zur Bundestagswahl speziell für Kinder und Jugendliche. Wohltuend unaufgeregt und informativ ist für junge Erwachsene die Seite der Bundesregierung www.mitmischen.de. Für jüngere Kinder eignet sich dagegen eher www.hanisauland.de.

Das Onlineangebot der Bundeszentrale für politische Bildung ist übersichtlich und ansprechend gestaltet – die Auswahl der Themen und ihre Aufbereitung für bis zu 13-Jährige altersgerecht. Ein Beispiel: Im Wahlspezial werden die Wahlgrundsätze (allgemein, frei, geheim, gleich und unmittelbar) jeweils in leicht verständliche Geschichten verpackt. Interessant sind auch die Videos von Kindern aus fernen Ländern oder das Infopaket zum Thema Kinderrechte.

Der Fernsehsender Nick hat zusammen mit dem Kinderhilfswerk einen Wahl-O-Maten eigens für noch nicht Wahlberechtige entwickelt. Unter der Adresse www.eurestimme.de sind 12 Fragen zusammengestellt, die im Interesse von Kinder und Jugendlichen liegen. Es antworten die verschiedenen Parteien – natürlich ohne zu verraten, welche Antwort welcher politischen Gruppe zugeordnet ist. Nach der letzten Frage verrät der Wahl-O-Mat dann, welche Partei den eigenen Vorstellungen tatsächlich am nächsten kommt. Wer Politik allerdings eher spielerisch kennenlernen möchte, kann unter www.tivi.de in die „logo!Wahlcity“ eintauchen. Bei dem Onlinespiel geht es darum, als Bürger eine Stadt zu besuchen, bei einer Partei mitzumischen oder sogar eine eigene Partei zu gründen. Die wiederum kann sich bald selbst zur Wahl stellen.