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Medien & TV „The Forgotten“: Neue Serie auf Kabel 1 mit Christian Slater
Nachrichten Medien & TV „The Forgotten“: Neue Serie auf Kabel 1 mit Christian Slater
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20:00 08.09.2010
Von Dany Schrader
Christian Slater ermittelt in der US-Serie „The Forgotten“.
Christian Slater ermittelt in der US-Serie „The Forgotten“. Quelle: Kabel 1
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Manchmal ist es ein seltenes Schmuckstück wie ein Diamantring oder aber die ungewöhnliche Form eines Kartons, über die das Vergessenen-Netzwerk eine erste Spur zu einem Fall aufnimmt, dem die Polizei bereits den Stempel „Cold Case“ aufgedrückt hat: Die Spur gilt als kalt, das Verbrechen wird als ungelöst zu den Akten gelegt. An diesem Punkt setzen die freiwilligen Hobbydetektive an. Ihre selbst gewählte Mission ist es, unidentifizierten Toten ihren Namen zurückzugeben. Sie forschen auch dann noch weiter, wenn professionelle Ermittler längst aufgegeben haben.

In den Vereinigten Staaten gibt es zahlreiche solcher Netzwerke von Freiwilligen, die in ungeklärten Mordfällen ermitteln. Das 1999 gegründete Doe Network etwa hat nach eigenen Angaben bisher 54 Fälle in den USA, in Australien und in Europa aufgeklärt. Ihre häufig von den zuständigen Behörden unterstützte Arbeit gleicht dabei einem komplizierten Puzzlespiel: Nach und nach werden die wenigen Fakten zu einem halbwegs vollständigen Bild komponiert. Ein gewichtiger Vorteil der Organisationen ist unter anderem ihre Größe: Kniffelige Details können mithilfe des meist mehrere Tausend Mitglieder umfassenden Netzwerkes per E-Mail manchmal überraschend schnell gelöst werden.

In der Mysteryserie „The Forgotten“, dessen erste Staffel Kabel 1 von heute an jeweils donnerstags um 20.15 Uhr zeigt, erzählt Erfolgsproduzent Jerry Bruckheimer („Fluch der Karibik“, „CSI: Miami“ und „Cold Case“) von der Arbeit dieser Hobbydetektive. In der Rolle des ehemaligen Polizisten Jason Donovan geht Christian Slater („Der Name der Rose“) darin zudem auf eine dramatische Suche: Als Chef einer Gruppe des Vergessenen-Netzwerks ermittelt er nicht nur die Identität fremder Toter, er ist zudem getrieben von der Hoffnung, eines Tages seine seit vielen Jahren spurlos verschwundene Tochter wiederzufinden.

Im Pilotfilm versucht das Team, die Leiche einer jungen Frau zu identifizieren, die ohne Papiere in einem Park gefunden wurde, und entdeckt bei seinen Nachforschungen Stück für Stück, wie sehr sich das Mädchen vor seinem Tod in ein Netz aus Lügen verstrickt hatte.

Der sehnliche Wunsch der Angehörigen, nach manchmal sogar Jahren der Ungewissheit endlich trauern zu können, ist immer wieder Thema unter den Ermittlern. Dennoch dümpelt die Handlung an der Oberfläche. Weder zu den Ermittlern des Vergessenen-Netzwerkes noch zu den Toten, die wie bei „Desperate Housewives“ aus dem Off zu den Zuschauern sprechen, lässt sich eine wirkliche Verbindung aufbauen. Und ähnlich wie bei hoch technisierten Krimiserien wie „Bones“ oder „CSI: New York“ wird die moderne Arbeitsweise der Gruppe, die etwa über einen eigenen Gesichtsplastinator verfügt, völlig überzogen dargestellt. Spannung kommt wegen der allzu schnellen und bisweilen unrealistischen Ermittlungserfolge der Gruppe leider auch in kniffligen Fällen nur sehr selten auf. In den USA ist die Produktion beim Publikum bereits durchgefallen. Eine Fortsetzung ist nicht geplant: Der Sender ABC stellte die Serie nach 17 Folgen ein.

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