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Medien & TV „Sympathisanten“ – ARD zeigt Felix Moellers RAF-Doku
Nachrichten Medien & TV „Sympathisanten“ – ARD zeigt Felix Moellers RAF-Doku
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16:52 16.07.2019
Bestandsaufnahme: Regisseurin Margarethe von Trotta, Regisseurin und ihr Sohn Felix Moeller, der in seinem Film über die „Sympathisanten“ der RAF auch einen Teil seiner Familiengeschichte aufarbeitet. Quelle: Tobias Hase/dpa
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Berlin

Damals in den Siebzigerjahren, als die RAF die Bundesrepublik mit ihrem Terror überzog, schied sich der deutsche Westen in die meisten Deutschen, die revolutionsabgeneigt waren, die – zufrieden mit der Wohlstandsrepublik – mit völligem Unverständnis auf die Mord nicht scheuenden Linksradikalen reagierten.

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Und in die schmale Schar derjenigen, die das Phänomen nachzuvollziehen und zu ergründen suchten. Als „geistige Brandstifter“ wurden sie von Politik und Stammtisch diffamiert, als „Sympathisanten“, wie die Doku heißt, die am heutigen Mittwoch um 22.45 Uhr in der ARD zu sehen ist.

Jahrzehnte später positionieren sich Sympathisanten neu

„Sympathisant“, das war ein Schimpfwort für Leute, die von vielen mit den Tätern in einen Topf geworfen wurden. Dem Gedächtnis dieser Menschen ist Filmemacher Felix Moeller auf der Spur, der Sohn der Regisseurin Margarethe von Trotta, die sich an der „Roten Hilfe“ für die RAF-Gefangenen beteiligte und die aufzeigte, wie der Staat im Kampf gegen die RAF seine demokratischen Prinzipien gefährdete. Eine fesselnde Doku, die auch Familiengeschichte ist.

Interessant, wie sich Jahrzehnte später einige der Sympathisanten neu positionieren. Und wie deutlich wird, dass die Terroristen ihre Sympathisanten auch benutzten. Der verkopfte Terror von Links, auch das wird dem Betrachter dieser Doku klar, war von völlig anderer Natur als der dumpfe braune Terror von heute, der auch längst Todesopfer fordert. Dieser Rechtsterror ist auch möglich geworden durch eine ganz offizielle (Partei-)Politik des Schürens von Ängsten und Ressentiments mit einer Sprache von Zorn und Hass.

Wie weit nach 70 erfolgreichen Jahren bundesrepublikanischer Demokratie die Sympathien für diesen Terror gehen, lassen die unsäglichen Netzstatements nur vermuten.

Von Matthias Halbig/RND

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