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Medien & TV Suchtexperten fordern Werbeverbot für Alkohol
Nachrichten Medien & TV Suchtexperten fordern Werbeverbot für Alkohol
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14:21 20.01.2009
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Die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) verlange ein uneingeschränktes Werbeverbot, sagte deren Geschäftsführer Raphael Gaßmann am Dienstag bei der Vorstellung des „Jahrbuchs Sucht 2009“. Für verschreibungspflichtige Arzneien und ansonsten frei verkäufliche Waffen würden schließlich vergleichbare Werbeauflagen gelten.

Laut den in Berlin vorgelegten Zahlen hatte 2007 jeder Einwohner Deutschlands im Schnitt 9,9 Liter reinen Alkohol konsumiert. Das waren 2,2 Prozent weniger als im Vorjahr. 1990 hatte der Verbrauch noch bei 12,1 Liter gelegen. Der Bierkonsum sank 2007 um 3,8 Prozent auf 111,7 Liter. Gaßmann betonte, die leicht sinkenden Zahlen seien kein Grund zur Entwarnung.

Experte Reiner Hanewinkel kritisierte in Berlin, Kinder seien der Werbung bereits ausgesetzt, bevor der Konsum beginne. Je häufiger und intensiver der Nachwuchs mit dem positiven Image aus Slogans und Spots konfrontiert werde, desto wahrscheinlicher sei ein späterer Konsum. Hanewinkel kritisierte zudem die Verschiebung der klassischen Werbung hin zum Sponsoring von Fernsehsendungen oder Sportstätten.

Bätzing hatte angekündigt, eine Aufnahme des TV-Werbeverbots vor 20.00 Uhr in das „Nationale Aktionsprogramm für Alkoholprävention“ prüfen zu wollen. Die SPD-Politikerin strebt aber kein umfassendes Alkoholwerbeverbot an. ddp