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Medien & TV Steuerschlupfloch für US-Internetkäufe soll gestopft werden
Nachrichten Medien & TV Steuerschlupfloch für US-Internetkäufe soll gestopft werden
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15:06 07.05.2013
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Washington

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Momentan können sich Kunden in den USA vor der "Sales Tax" drücken, wenn sie Waren bei einem Händler bestellen, der außerhalb ihres eigenen Bundesstaats sitzt. Besonders bei großen Anschaffungen lohnt sich das.

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Ein Beispiel: Wenn ein New Yorker einen neuen Laptop für 1000 Dollar in der Millionenmetropole kauft, muss er 8,875 Prozent Steuern aufschlagen, macht zusammen 1088,75 Dollar. Kauft er jedoch das gleiche Gerät übers Internet bei einem lokalen Händler im angrenzenden Bundesstaat New Jersey, spart er sich die Steuer komplett.

Hintergrund ist, dass in den USA die Mehrwertsteuer anders als in Deutschland von den lokalen Behörden erhoben wird. Das erlaubt vor allem kleinen Online-Händlern, ihre Waren für Kunden in anderen Bundesstaaten mit einem Preisvorteil anzubieten. Darüber regen sich schon seit langer Zeit die landesweiten Handelsketten wie Wal-Mart sowie die Einzelhändler mit Geschäften am Ort auf.

Das im Senat verabschiedete Gesetz soll nun dafür sorgen, dass generell eine Mehrwertsteuer erhoben wird. Onlinehändler laufen Sturm dagegen, auch weil sie den bürokratischen Aufwand beim Einsammeln und Weiterleiten der Steuern fürchten. Die Höhe unterscheidet sich je nach Bundesstaat und sogar je nach Stadt.

Der weltgrößte Onlinehändler Amazon muss wegen seiner zahlreichen Versandzentren, die er übers Land verteilt betreibt, ohnehin schon in mehreren US-Bundesstaaten "Sales Tax" aufschlagen.

Der Senat stimmte mit 69 zu 27 Stimmen für das neue Gesetz. Es muss aber noch vom Repräsentantenhaus angenommen werden. Unklar ist, ob dort eine Mehrheit dafür zustande kommt. Vertreter der Bundesstaaten gehen davon aus, dass sie wegen des Schlupflochs jährlich 23 Milliarden Dollar an Steuern verlieren.

dpa