Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Medien & TV Steinmeiers Wutrede wird Youtube-Hit
Nachrichten Medien & TV Steinmeiers Wutrede wird Youtube-Hit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:55 21.05.2014
IN RAGE: Außenminister Frank-Walter Steinmeier brüllt Demonstranten in Berlin nieder - und wird damit zum Internet-Hit.
Anzeige
Berlin

Der Mitschnitt von einem SPD-Wahlkampfauftritt auf dem Berliner Alexanderplatz wurde binnen 48 Stunden mehr als 750 000 Mal angeklickt. In dem 2:02-Minuten-Clip ist der fürs Diplomatische zuständige SPD-Mann zu sehen, wie man ihn ansonsten nicht kennt: Zeigefinger links, Zeigefinger rechts, in voller Lautstärke, mit rotem Kopf und kurz vorm Explodieren.

Es ist das Ende eines langen Tages. Schon um 8.30 Uhr hatte Steinmeier mit SPD-Spitzenkandidat Martin Schulz ein Plakat vorgestellt, das beide als Europas Friedensbotschafter preist. Dann Empfang der Kollegin aus Moldau, Eröffnung der großen David-Bowie-Ausstellung. Alles angenehme Termine. Nun sitzt er um 19.30 Uhr auf einer Bierbank und wartet auf seinen Auftritt. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit muss sich gerade eines Pfeifkonzerts erwehren. Dann entert Steinmeier die Bühne. Und es wird laut.

Anzeige

Per Flashmob haben sich Gegner des Freihandelsabkommens mit den USA organisiert, einige verkleidet als Chlorhühnchen. Und es sind russlandfreundliche Demonstranten da: „Stoppt die Nazis in der Ukraine“, „Kiewer Junta tötet eigenes Volk“, steht auf Schildern. Sie schreien Steinmeier „Kriegstreiber, Kriegstreiber“ entgegen.

Der Außenminister gerät mächtig in Rage. Und brüllt zurück. „Ihr solltet Euch überlegen, wer hier die Kriegstreiber sind! Wer eine ganze Gesellschaft als Faschisten bezeichnet, der treibt den Krieg, der treibt den Konflikt! Ihr habt kein Recht!“ Es seien Leute wie die da hinten, die Europa kaputt machen würden. Steinmeier ist erbost, weil die SPD sich seit jeher als Friedenspartei sieht. Bei der SPD, in deren Europa-Wahlkampf Steinmeier erst eine untergeordnete Rolle spielte und nun zum „Zugpferd“ aufgestiegen ist, freuen sie sich ob der positiven Resonanz. Vielleicht hilft es ja dabei, das 2009er-Ergebnis von 20,8 Prozent zu verbessern.