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Medien & TV "Soko Leipzig" startet mit Special
Nachrichten Medien & TV "Soko Leipzig" startet mit Special
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13:06 03.09.2009
Quelle: ddp
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Rein zufällig ist die junge Deutsche das Patenkind von „Soko Leipzig“-Ermittler Hajo Trautzschke (Andreas Schmidt-Schaller). Er erhält einen besorgten Anruf von Charlottes Mutter und eilt gemeinsam mit seiner Kollegin Ina Zimmermann (Melanie Marschke) sofort nach London, um dort gemeinsam mit den britischen Kommissaren den kniffeligen Fall zu lösen. „Soko Leipzig - The Bill: Entführung in London“ heißt das 90-Minuten-Special, mit dem am Freitag (4. September, 21.15 Uhr) die neunte Staffel der ZDF-Krimiserie mit insgesamt sieben Folgen startet.

Zwar waren Trautzschke und sein Team bereits mehrfach im Ausland auf Verbrecherjagd. Diesmal kooperiert die „Soko Leipzig“ aber erstmals mit einem anderen europäischen Krimiformat, um gemeinsam zu ermitteln: Die Serie „The Bill“ läuft bereits seit 26 Jahren im britischen Privatfernsehen. Noch nie zuvor jedoch gab es eine Zusammenarbeit mit ausländischen Polizisten, die noch dazu aus dem vergleichsweise eher beschaulichen Leipzig kommen und mit sächsischer Selbstsicherheit im Londoner Polizeirevier „Sun Hill“ für Wirbel sorgen. Vom Drehbuch über die Darsteller bis hin zu den Drehorten arbeiteten Deutsche und Briten tatsächlich auf allen Ebenen zusammen. Im Ergebnis entstand ein durchaus gelungenes Krimi-Experiment, das bereits erfolgreich als Zweiteiler im britischen Fernsehen zu sehen war.

Die beiden Filmversionen wurden in einer englischen Original- und einer deutschen Synchronfassung gedreht. Für Schmidt-Schaller bedeutete dies eine echte Herausforderung, weil er nie Englisch gelernt hat und deshalb seine Textpassagen auswendig lernen musste. „Das war der Moment, der mir die Schweißperlen auf die Stirn trieb“, gestand Schmidt-Schaller nach dem Dreh. Da halfen auch die Merkzettel mit seinem englischen Text nichts, die sich „The Bill“-Chefermittler Jack Meadows (Simon Rouse) während der Dreharbeiten zum Ablesen für seinen deutschen Kollegen an die Brust heftete. Schmidt-Schaller blieb nur das sture Auswendiglernen, weil er die Schrift ohne Brille einfach nicht lesen konnte.

Dennoch ist ein spannender Krimi entstanden, der auch dank seiner guten Besetzung eine willkommene Abwechslung in der deutschen TV-Krimi-Landschaft bietet. Allerdings wirken einige Szenen wie etwa die misslungene Befreiung der jungen Geisel, dargestellt von Anna Maria Mühe, am Piccadilly Circus sehr unrealistisch, die Handlung an einigen Stellen etwas konstruiert.

Die sächsisch-britische Teamarbeit scheint so gut funktioniert zu haben, dass die Produzenten der beiden Krimiformate neue gemeinsame Zukunftspläne schmieden. Derzeit werde ein weiterer 90-Minüter entwickelt, sagte „Soko Leipzig“-Produzent Jörg Winger. Dabei werde die gerade begonnene Freundschaft zwischen den Kommissaren auf eine harte Probe gestellt. ddp