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Medien & TV Shopping Queen ab Montag aus Hannover
Nachrichten Medien & TV Shopping Queen ab Montag aus Hannover
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20:05 21.09.2012
Von Maren Weitz
MIT SCHARFEM BLICK: Modemacher Guido Maria Kretschmer beurteilt die Kandidatinnen von „Shopping Queen“. Quelle: Vox
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Herr Kretschmer, sonst statten Sie Stars aus. Wie groß ist der Unterschied, mit ganz normalen Frauen zusammenzuarbeiten?
Gut auszusehen, ist kein Privileg der bekannten Persönlichkeiten, es gibt vermutlich genauso viele schlecht angezogene Superstars wie schlecht angezogene Hausfrauen. Das Geheimnis liegt darin zu erkennen, wer man ist, seine Proportionen zu kennen - dann ist das ein Anfang, sich gut anzuziehen.

Nicht alle Teilnehmer finden immer das richtige Styling. Wie oft schütteln Sie den Kopf?
Ich schüttele sehr oft meinen Kopf, aber nicht viel häufiger, als ich das auf der Straße tue. Das Schöne an „Shopping Queen“ ist, dass es all die Looks der Straße zu mir ins Studio bringt. Manchmal bin ich entsetzt, manchmal begeistert, und manchmal ist es auch nur eine Kleinigkeit, die aus einem schlechten Look eine tolle Gesamterscheinung werden lässt.

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Sind Sie immer perfekt gestylt?
Ich mag es gern lässig und entspannt. Der liebe Gott hat mich vermutlich dafür gemacht, Menschen hübsch anzuziehen. Ich stand da nicht auf seiner Liste ... Aber im Ernst: Mir ist es wichtig, bei bestimmten Anlässen gut angezogen zu sein. Da ist ein Anzug ein verlässlicher Partner. Zu Hause habe ich es sehr gern entspannt, das heißt aber nicht, dass ich in einem Ballonseide-Jogginganzug und Adiletten auf dem Sofa sitze.

Was ist spannend daran, Frauen beim Shoppen zu beobachten?
Frauen beim Shoppen zu beobachten, war schon eine meiner Kindheitsbeschäftigungen. Meine Mutter hat mich nicht im Kindergarten, sondern in der Abteilung für Damenoberbekleidung bei Karstadt abgesetzt. Ich habe meine Jugend damit verbracht, Frauen beim Einkaufen zu beobachten, habe Tipps gegeben, vor Fehlern gewarnt - kein Wunder, dass ich heute bei „Shopping Queen“ gelandet bin. Ich empfinde mich als textilen Partner, der sein Know-how weitergibt. Wir kriegen Deutschland schon noch schick.

Was für Frauen bewerben sich bei der „Shopping Queen“?
Bei „Shopping Queen“ treffen sie sich alle: die vermögende Gattin, die Verwaltungsangestellte und die Hausfrau. Ein guter Schnitt durch alle Frauen. Es gibt bei „Shopping Queen“ keine sozialen Härtefälle. Unsere Kandidatinnen sind Frauen, die ihren Look mitbringen und die Lust haben, sich auf ein textiles Experiment einzulassen.

Was macht eine „Shopping Queen“ aus?
Das ist nicht immer die vermeintlich bestangezogene Kandidatin der Woche, sondern sie konnte in den meisten Fällen auch die Herzen der Konkurrentinnen erobern. Das zeigt wieder einmal, dass bei einem guten Look ein sympathischer, gescheiter Kopf oben herausschauen sollte. Das Krönchen bekommen immer die Guten und Sympathischen - und das sind nicht immer die Bestangezogenen.

Sie kommen viel rum. Unterscheidet sich der Style in den verschiedenen Städten?
Definitiv. Es gibt in Deutschland nicht nur eine Nord-Süd-Achse, sondern eben auch textile Unterschiede. Es ist in der Tat so, dass die Münchnerinnen häufig sehr elegant und sicher sind in ihrer Kleiderwahl. Gleiches gilt für Hamburgerinnen, Düsseldorferinnen, aber auch Städte wie Wiesbaden und Bremen. Das sind Städte, die ihren eigenen Look haben. Leider gibt es auch Städte, in denen das textile Grauen wohnt.

Wo liegt Hannover in puncto Stilsicherheit?
Hannover ist für mich die kleine Schwester von Hamburg. Ich habe sehr viele Frauen getroffen, die sehr geschmackvoll, etwas konservativ, aber sehr hochwertige Sachen tragen. Es gibt viele tolle Boutiquen in Hannover. Eigentlich dürfte es in Hannover keine schlecht angezogenen Leute geben.

Hannover, eine Modemetropole?
Hannover ist natürlich nicht New York und sicher auch nicht London. Aber ich finde, Hannover hat einen eigenen Chic. Und dann finde ich auch, dass Hannover eine lässige Art hat, durch die Multi-Kulti-Mischung ist es so jung und lebendig.

Das klingt, als wären Sie häufiger in der Stadt.
Ich habe hier viele Kunden. Aktuell arbeite ich für das Maritim-Hotel und habe gerade den World-of-TUI-Award gewonnen. Ich liebe Hannover sehr. Ich bin ein großer Fan der Herrenhäuser Gärten und ich liebe die Hannoveraner-Pferde. Ich mag es, akzentfreies Deutsch zu hören.