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Nachrichten Medien & TV RTL II zeigt US-Erfolgsserie „True Blood“
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18:44 15.03.2011
Immer auf der Hut: Vampir Bill (Stephen Moyer) und Kellnerin Soockie (Anna Paquin) gehen gemeinsam aus. Das sieht nicht jeder gern im traditionellen Louisiana.
Immer auf der Hut: Vampir Bill (Stephen Moyer) und Kellnerin Soockie (Anna Paquin) gehen gemeinsam aus. Das sieht nicht jeder gern im traditionellen Louisiana. Quelle: RTL II
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Sie sind unter uns. Seitdem japanische Wissenschaftler künstliches Blut entwickelt haben, das als „Tru Blood“ in unterschiedlichen Blutgruppen im praktischen Sechserträger verkauft wird, haben sich die Vampire aus der Deckung gewagt. Unter ihnen ist der 173 Jahre alte Bill (Stephen Moyer), der ins Städtchen Bon Temps im schwül-warmen Louisiana zurückgekehrt ist, weil er dort ein Haus seiner Vorfahren geerbt hat. Dort trifft er auf die junge Kellnerin Soockie (herrlich überdreht: Anna Paquin). Die beiden sind schnell voneinander fasziniert. Denn Soockie ist Telepathin, was ihr bisher manches Date versaut hat.

Denn wer will schon beim Flirten die trivialen Gedanken seines Gegenübers lesen? Bills Gedanken allerdings bleiben angenehmerweise auch ihr verborgen. Und dann kann sie ihm gleich in der Pilotfolge das Leben retten, so etwas verbindet. Junge, hübsche Frau liebt geheimnisvollen Vampir – das klingt nach einer pseudoromantischen Liebesschmonzette à la „Twilight“. Doch Alan Ball, Oscar-Preisträger für „American Beauty“ und Schöpfer der preisgekrönten Serie „Six feet under“, hat mit „True Blood“ eine Vampir-Saga entwickelt, die sich explizit an Erwachsene wendet – und auch die sollten nicht allzu zimperlich sein. „I wanna do bad things to you“ (etwa: „Ich möchte schlimme Dinge mit dir machen“) heißt es schon in der Titelmelodie von „True Blood“. Und das sollte durchaus als Leitmotiv verstanden werden. Horror, Sex, Gewalt und Tod sind neben schwarzhumorigen Dialogen feste Bestandteile der Serie, die auf der „Soockie Stackhouse“-Buchreihe von Charlaine Harris basiert. Die Gewalt in Bon Temps geht dabei nicht nur von Vampiren aus, die nicht von ihrer alten Gewohnheit lassen wollen, echtes Menschenblut zu trinken. Das Blut der Vampire ist wiederum eine beliebte Droge bei manchen Menschen. Sein Genuss schärft die Sinne und steigert die sexuelle Potenz. Und so müssen in „True Blood“ auch die Vampire um ihr Blut fürchten. Hinzu kommt, dass intolerante Fanatiker der Sun-Kirche eine regelrechte Hetzjagd auf sie veranstalten. Und auch die örtlichen Polizisten, die eine Mordserie aufklären müssen, begegnen den Vampiren mit Argwohn.

Wie schon bei „Six feet under“ bevölkern eine Menge Außenseiter den Kosmos von Balls TV-Serie. In „True Blood“ sind sie zudem comichaft überzeichnet. So drückt sich der edle Vampir Bill stets äußerst altmodisch aus, Soockies dümmlicher Bruder Jason (Ryan Kwanten) ist nur daraus auf, mit möglichst vielen Frauen ins Bett zu gehen, ihre afroamerikanische Freundin Tara (Rutina Wesley) kämpft in der Tradition aufbegehrender Südstaaten-Sklaven großmäulig gegen die Arroganz der Weißen.

Ball agiert nach dem Motto: Übertreibung macht anschaulich. Denn „True Blood“ ist nicht nur eine spannende, ungewöhnlich erzählte TV-Serie, sondern auch ein Spiegelbild der US-amerikanischen Gesellschaft. So ist der Kampf der Vampire um Gleichberechtigung unter anderem eine Metapher für die Schwulenbewegung. In „Six feet under“ gönnt der bekennend homosexuelle Ball allein einem schwulen Paar mit Adoptivkindern ein augenzwinkerndes Happy End. Man darf gespannt sein, welches Ende die Vampire in „True Blood“ nehmen werden. Zurzeit wird bereits die vierte Staffel gedreht. In den USA ist die Serie für den Bezahlsender HBO ein großer Erfolg. Wöchentlich schalten bis zu zwölf Millionen Zuschauer ein, um die Vampir-Geschichten zu verfolgen.

„True Blood", mittwochs, jeweils zwei Folgen ab 22.05 Uhr

Christiane Eickmann