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Medien & TV RTL-Dschungelshow: Ende mit Schrecken
Nachrichten Medien & TV RTL-Dschungelshow: Ende mit Schrecken
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20:16 19.01.2011
Vorsicht Schlange: Sarah Knappik im Kampf mit einem Reptil - die Zuschauer wählen sie am liebsten für die Dschungelprüfungen aus.
Vorsicht Schlange: Sarah Knappik im Kampf mit einem Reptil - die Zuschauer wählen sie am liebsten für die Dschungelprüfungen aus. Quelle: RTL
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Von Fabian Mast

Köln. So schalteten am Dienstagabend um 22.15 Uhr wieder einmal 6,92 Millionen Zuschauer ein, der Marktanteil von 40,6 Prozent in der werberelevanten Zielgruppe der 14- bis 49- Jährigen lag so hoch wie bei keiner anderen Staffel - und umfasst auch bessere Bildungs- und Gehaltschichten. Zu verdanken ist das einem radikalen Konzept: Die Scheinwelt der B- und C-Promis einzureißen, wohlgemerkt jene Welt, von der RTL im Rest des Jahres sehr gut lebt.

Es zeigt sich mal wieder: Vor allem dann, wenn sich die Privatsender selbst nicht für voll nehmen, sind sie am besten. Das war früher bei „RTL Samstag Nacht“ und „Harald Schmidt“ (Sat.1) so, und ist heute bei „Switch Reloaded“ (ProSieben) und eben in der Dschungelshow nicht anders.

„Sarah Dingens“ und „Peer Wer?“ - das kongeniale Moderatoren-Duo Sonja Zietlow und Dirk Bach tut erst gar nicht so, als ob man die Kandidaten kennen sollte. Oder wie es Zietlow formulierte: „Falls Sie sich schon immer mal gefragt haben, woher Sie die Kandidaten gerade nicht kennen ...“

Wilde Tiere, nervenaufreibende Prüfungen und im Zweifel nur Reis und Bohnen auf dem Tisch - der Dschungel geht in die fünfte Runde! Und das sind die elf Stars, die sich 2011 auf das große Dschungelabenteuer einlassen.

Besonders spaßig ist die Diskrepanz zwischen titelgebendem Anspruch und Wirklichkeit deshalb, weil sich die „Stars“ für ebensolche halten. Wenn etwa die Urwald-Zicke Sarah Knappik (Ex-Kandidatin bei „Germanys Next Topmodel“) von ihrem „total krassen Leben“ schwärmt, mit dem man ein Buch füllen könne, scheint selbst Dschungel-Insasse und 68er-Ikone Rainer Langhans nicht mehr viel von Pazifismus wissen zu wollen.

„Asozial“ findet er Sarahs Verhalten und sagt ihr das auch so – und bedauert dann auch noch, dass Sarahs dritte Prüfung nicht ekelig genug war. In solchen Momenten hört man als Zuschauer förmlich die Champagner-Korken bei RTL knallen, denn das Gespür für den richtigen Kandidatenmix war mal wieder bemerkenswert.

Die Dschungelprüfungen bedienen niedersten Voyeurismus, ja – aber sie sind kein Selbstzweck, sondern machen den Zuschauer zum Marionetten-Spieler, der per Telefonabstimmung die Animositäten im Lager nach Belieben anheizt. Demontieren tun sich die Möchtegern-Stars dann aber selber, Mitleid wäre nicht weniger als ein Geschenk für sie.

Schlussendlich der Treppenwitz: Es braucht nur ein paar Insekten, um das Getöse der Halbprominenten zu entlarven. Als mitunter verzweifeltes Verlangen nach Aufmerksamkeit – und ganz profan als Hoffnung auf etwas Geld für unbezahlte Rechnungen.

Unbeeindruckt bleibt von dem Spektakel allenfalls das Wetter: Mittwoch schüttete es dermaßen im Camp, dass RTL einen Abbruch der Sendung erwog. Es wäre schade drum.

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