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Medien & TV Pro7 startet die Wohngemeinschaft für Models
Nachrichten Medien & TV Pro7 startet die Wohngemeinschaft für Models
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19:09 14.01.2010
Von Marina Kormbaki
Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land? Die Siegerin gewinnt einen Job in New York.
Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land? Die Siegerin gewinnt einen Job in New York. Quelle: Pro7
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Während in Hamburg die erste Frauenzeitschrift ohne professionelle Models auskommt, stehen die hochgewachsenen Schönen in Köln-Ehrenfeld wieder besonders hoch im Kurs: Nachdem Heidi Klums Castingshow „Germany's Next Topmodel“ dem Privatsender PRO7 bereits in mehreren Staffeln ansehnliche Quoten bescherte, startet der Sender nun den ersten Ableger des Erfolgsprogramms: Am Donnerstagabend (20.15 Uhr) können Fernsehzuschauer erstmals verfolgen, wie fünf Verliererinnen aus den vergangenen Staffeln nicht nur für zwei Monate gemeinsam ein luxuriöses Loft bewohnen, sondern in zahlreichen Castings noch einmal gegeneinander antreten.

Überspitzt gesagt ist „Die Model-WG“ damit ein Konglomerat der Containershow „Big Brother“ und „Germany's Next Topmodel“. Wie im Internat teilen sich die Teilnehmerinnen einen gemeinsamen Schlafsaal. Die Kamera ist dabei, bis abends jemand das Licht ausknipst, und schaltet sich manchmal sogar schon vor dem Aufwachen wieder ein. Der Tagesablauf der Fernsehmodels ist bereits aus Heidi Klums Original hinlänglich bekannt: Am Frühstückstisch, der, offenbar um Magerwahnvorwürfen vorzubeugen, stets üppig gedeckt ist, erhalten die Teilnehmerinnen ihre Tagesaufgabe. Erneut geht es darum, beim großen Schaulaufen zu bestehen, beim Kunden Eindruck zu machen und bei der Bewerbung die beste Fotomappe vorzulegen. Einige von ihnen scheinen auf die Show als Sprungbrett zu hoffen, das Fernsehen soll ihre Gesichter bekannt machen. „Ich brauch? die Bilder“, sagt da etwa eine Kandidatin abends auf dem Sofa entnervt, die anderen nicken zustimmend.

Doch der Zickenstreit ist bereits präzise kalkuliert: Um die Kandidatinnen auf Trab zu halten, hat Modelexperte Peyman Amin, der bis vor Kurzem noch in Klums Jury saß, die schöne Aline Annabelle mit ins Programm genommen. Die 21-Jährige ist das einzige „echte“ Model oder, wie Amin sagt, das „externe Model“ der Show. Eine Musterschülerin, die angeblich schon bei den Mailänder Modeschauen Erfahrung sammeln durfte. Kein Wunder, dass da bereits in den ersten Minuten kräftig gelästert wird. Denn am Ende geht es um das, wovon alle angehenden Models träumen: einen Job in New York, der Stadt, in der einst Heidi Klum ihre zwar ungewöhnliche, aber erfolgreiche Laufbahn begann. Zuvor müssen die Mädchen in den sieben Folgen aber noch einmal zeigen, was sie können.

Die schüchterne und naive Sarina will endlich beweisen, dass in ihr auch eine „erwachsene Seite“ steckt. Heute Abend wird sie sich dem Zuschauer aber noch einmal präsentieren, wie man sie bereits aus „Germany's Next Topmodel“ kennt – verunsichert und mit 17 Jahren vielleicht noch viel zu jung, um sich den hohen Anforderungen eines harten Geschäfts ausgerechnet vor laufenden Kameras zu stellen. Tessa ist vor der Show noch auf dem Jakobsweg gepilgert, um „ernsthafter“ zu werden, und Larissa, die als „Austria?s Next Topmodel“ in der deutschen Staffel gemobbt wurde und früh ausgestiegen war, hadert in der Model-WG damit, dass sie eigentlich unbedingt Abitur machen möchte, nun aber die Prüfungen verpasst. Manchmal könnten es die Sorgen ganz normaler Mädchen sein. Wenn nur die Kamera nicht wäre.