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Medien & TV Privatfotos sind tabu!
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16:11 17.02.2009
Sabine Christiansen mit Ehemann
Sabine Christiansen mit Ehemann Quelle: ddp
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Die Presse habe „in der Regel kein Recht“, ohne Einwilligung Bilder aus dem „privatem Lebenskreis“ Prominenter zu veröffentlichen, wenn es kein ausreichendes Informationsinteresse gebe, entschied der BGH am Dienstag in Karlsruhe. Konkret bestätigten die Bundesrichter ein Publikationsverbot für Fotos, die die Fernsehmoderatorin Sabine Christiansen mit ihren Ehemann Norbert Medus zeigen.

Im April 2006 hatte die Illustrierte „Das Neue“ einen Artikel über Christiansen und den französischen Jeans-Unternehmer Medus publiziert. Titelblatt und Artikel waren mit Fotos bebildert, die beide gemeinsam zeigten. Der Text lautete: „So verliebt in Paris“ und „Wetten, dass sie diesen Mann bald heiratet“. Der BGH bestätigte nun die Entscheidung der Vorinstanzen, wonach der Heinrich Bauer Verlag, in dem die Illustrierte erscheint, die Fotos nicht erneut veröffentlichen darf.

Christiansen und Medus seien auf den Fotos „als Liebespaar zu identifizieren und zwar in erkennbar privaten Situationen“, betonte der 6. Zivilsenat des BGH. Private Lebensvorgänge seien auch dann Teil der geschützten Privatsphäre, wenn sie im öffentlichen Raum stattfänden. Dies gelte auch, wenn die Abgebildeten einer breiteren Öffentlichkeit bekannt seien. Wenn Prominente sich in der Öffentlichkeit nicht unbefangen bewegen könnten, weil sie auch bei privaten Gelegenheiten jederzeit fotografiert werden dürften, würde ihr Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit erheblich eingeschränkt.

Ein Informationsinteresse der Öffentlichkeit, hinter dem der Persönlichkeitsschutz Christiansens zurücktreten musste, habe hier nicht bestanden. Dies gelte weder für die abgebildeten Motive noch hinsichtlich der Berichterstattung über Einzelheiten der damaligen Beziehung von Christiansen und Medus und ihrer privaten Unternehmungen in Paris.

Das häufige Auftreten Christiansens in der Öffentlichkeit und ihre öffentlichen Äußerungen über die neue Beziehung änderten an dieser Bewertung nichts. Die Selbstdarstellung Prominenter gebe der Presse „in der Regel kein Recht, ohne die erforderliche Einwilligung Bilder aus deren privatem Lebenskreis zu veröffentlichen“. Anders sei dies nur, wenn es ein „ausreichendes Informationsinteresse“ gebe.

Das Berliner Kammergericht hatte zuvor betont, die Fotos zeigten die beiden auf einer privaten Reise. Die Bilder könnten nur „aufgrund fortlaufender Beobachtung durch Fotografen“ entstanden sein. Deshalb griffen sie in den Kernbereich der Privatsphäre Christiansens ein, was diese nicht dulden müsse. Der Artikel sei zudem ohne erhebliche gesellschaftliche Relevanz. Die dagegen gerichtete Revision des Bauer Verlags wies der BGH nun zurück (Az: VI ZR 75/08 - Urteil vom 17. Februar 2009). ddp

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