Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Medien & TV Pastewka startet Personality-Comedy
Nachrichten Medien & TV Pastewka startet Personality-Comedy
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:50 28.10.2009
Bastian Pastewka
Quelle: SAT.1/Frank Hempel
Anzeige

Ab Freitag (30. Oktober, 21.45 Uhr) strahlt Sat.1 zwölf neue Folgen der preisgekrönten Reihe aus, in der sich der Kölner Comedian eigenen Angaben zufolge abermals „bedrohlich der 40 nähert und die Midlife-Crisis tagtäglich probt“.

In der vierten und längsten Staffel nimmt Bastians TV-Sucht Überhand: Als er erneut einen Fernsehabend dem schon zugesagten Camping-Wochenende vorziehen will, setzt ihn seine Freundin Anne (Sonsee Neu) vor die Tür. Er findet bei seinem Freund Hugo Egon Balder Unterschlupf, kann sich jedoch nicht an dessen Junggesellen-Leben gewöhnen. Bastian quartiert sich notgedrungen im Hotel ein, denn die Beziehung zu Anne scheint am Ende zu sein.

Derweil wünscht sich Nachbarin Svenja Bruck (Bettina Lamprecht) ein Kind von Bastians Bruder Hagen (Matthias Matschke). Doch trotz „lautstarker Versuche“ bleibt der Nachwuchs aus. Vater Pastewka (Dietrich Hollinderbäumer) will mit seinen Söhnen ein Ferienhaus bauen - und Bastian ahnt, dass er es finanzieren soll. Bastians Agentin Regine (Sabine Vitua) verhält sich aufgrund ihres ausschweifenden Alkohol-Konsums zunehmend merkwürdig. Gerade jetzt kann der Komiker aber keine schwächelnde Managerin brauchen, steht doch sein Engagement im neuen Film von Quentin Tarantino kurz bevor.

Formate wie „Dittsche“, Stromberg“ oder „Der kleine Mann“ gehören laut Pastewka zu dem Genre, das zu selten zu sehen ist. „Derzeit wird das deutsche Fernsehen von Kriminalfilmen, Historiendramen und Rosamunde Pilcher dominiert“, sagt der 37-Jährige und fügt hinzu:
„Das soll es gern alles geben. Aber mir, dem Zuschauer Bastian Pastewka, fehlt auf Dauer etwas: Die angenehm unspektakuläre Story aus dem Alltag.“ Dies hätten einst Serien wie „Kir Royal“ oder „Familie Heinz Becker“ abgebildet. Da habe er Menschen gesehen, die dem wahren Leben nahe waren, betont er.

Auch die Show „Pastewka“ erzählt seit ihrem Start im September 2005 unaufgeregt, „was dem ach so bekannten und nicht immer gut gelaunten Herrn Pastewka am Tag so zustößt“: Mal spinnt das Handy, mal ist eine Ratte im Hausflur, mal sieht der Nachbar so laut fern, dass Bastian ihm einen Kopfhörer verkaufen will. Diesem Konzept bleibt der Komödiant in den neuen Folgen treu. So wird er in der Auftaktepisode „Der Pusher“ überfallen. Und Bastian verhält sich danach wie nahezu alle: Er dramatisiert und schmückt den Vorfall aus. Aus zwei Räubern werden vier, dann sechs, die ihm immer brutaler die Lieblingskekse und den Porree geklaut haben.

Darin, neben einer überzeugenden Ensemble-Leistung, liegt der Erfolg des Formats: „Pastewka“ ist keine künstlich geschaffene TV-Landschaft. Der Komiker hat sein Alter Ego mit allerlei Eigenheiten, Macken und sprachlichen Besonderheiten ausgestattet und somit einen persönlichen Zugang zu der Rolle geschaffen. Ferner widerfahren dem Protagonisten Dinge, die nachvollziehbar sind. Pastewka macht sich die nahe liegende Alltagskomik zu Eigen, statt oberflächliche Sketchfiguren zu kreieren.

„Allen voran sind es Kommunikationsprobleme innerhalb seiner Beziehung zu seiner Freundin, dem Bruder, der anstrengenden Nachbarin“, beschreibt Pastewka die Serie zwischen Familienleben und der Glamourwelt eines Komikers. Deshalb sei das Format ideal für ihn, da es sich in sich stets abwechsele. In der vierten Staffel darf er sich sogar in einem Kammerspiel mit Anke Engelke duellieren, als beide nach der Verleihung des Grimme Preise im Aufzug stecken bleiben. Weitere Gaststars sind Herbst, Henning Krautmacher, Dieter Wedel sowie ein großer Samstagabend-Showmaster.

Trotz allem glaubt Pastewka, dass seine Reihe nicht außergewöhnlich anders ist. „Die Serie ist dieser Tage jedoch ein recht einsamer Counterpart zu ’Die Krupps’, ’Vulkan’ oder dem heiligen ’Tatort’“, erklärt der 37-Jährige. Ob es nach der vierten Staffel weiter geht, ist noch unklar. „Wir schauen mal“, sagt Pastewka. Er sei Gesprächen diesbezüglich aufgeschlossen. ddp