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Medien & TV „Not my president“: Netz-Proteste gegen von der Leyen
Nachrichten Medien & TV „Not my president“: Netz-Proteste gegen von der Leyen
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16:56 02.06.2010
Die Politik will sie, die Internetgemeinde rebelliert dagegen: Ursula von der Leyen gilt als aussichtsreiche Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin.
Die Politik will sie, die Internetgemeinde rebelliert dagegen: Ursula von der Leyen gilt als aussichtsreiche Kandidatin für das Amt der Bundespräsidentin. Quelle: dpa
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Hamburg. Unter dem Motto „Not my president“ (Nicht meine Präsidentin) protestieren zahlreiche Nutzer von Facebook, Twitter und Co. gegen eine mögliche Wahl der 51-Jährigen. Grund für den Unmut: Als Familienministerin schrieb sich von der Leyen den Kampf gegen Kinderpornografie auf die Fahnen und setzte sich dabei vehement für Internetsperren ein. Viele technikaffine Nutzer unterstellten ihr, ein Zensursystem einrichten zu wollen. Daher rührt auch der Spottname „Zensursula“. Eine Online-Petition gegen das Sperrgesetz der damaligen schwarz-roten Bundesregierung unterzeichneten mehr als 130 000 Bürger.

Bei Facebook protestierten bis Mittwochnachmittag mehr als 5700 Mitglieder, indem sie der Gruppe „Zensursula - Not my president!“ beitraten. Einige schmähten die Politikerin mit Kommentaren, andere diskutierten über mehr oder weniger ernsthafte Alternativen für den Präsidentenposten. Im Gespräch: der frühere Verfassungsrichter Hans- Jürgen Papier, Ex-Außenminister Joschka Fischer, aber auch der Kabarettist Volker Pispers und Fußball-„Kaiser“ Franz Beckenbauer. Auch bei StudiVZ richteten Nutzer Gruppen ein.
Zwischen witzig und deftig waren die Kommentare bei Twitter. Ein Nutzer fragt über den Kurzmeldungsdienst, wie man in Österreich politisches Asyl beantragen könne. „Eine Frau,die Grundgesetz und Freiheitsrechte mit Füßen tritt als Präsident aller Deutschen!?“, schreibt ein anderer Nutzer. Ein weiterer Anlaufpunkt der Unzufriedenen waren Blogs - darunter das populäre Netzpolitik.org - sowie die Kommentarspalten der Online-Medien.
Der Slogan „Not my president“ kam bereits bei Wahlkämpfen in den USA zum Einsatz, als Bürger ihren Protest gegen den damaligen Amtsinhaber George W. Bush ausdrückten.

dpa