Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Medien & TV "New York Times" räumt fünf Pulitzer-Preise ab
Nachrichten Medien & TV "New York Times" räumt fünf Pulitzer-Preise ab
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:34 21.04.2009
Gibts auch im Internet: New York Times
Gibts auch im Internet: New York Times
Anzeige

In den insgesamt 14 Kategorien räumte die renommierte Zeitung am Montag (Ortszeit) unter anderem bei „Enthüllungsjournalismus“, „Breaking News“ und „Auslandsberichterstattung“ ab. Erstmals waren auch reine Online-Medien zu dem Wettbewerb zugelassen, sie gingen allerdings leer aus.

Die „New York Times“ ließ ihre Erzrivalen, die „Washington Post“ und die „Los Angeles Times“ bei der Pulitzer-Preisverleihung weit hinter sich. Während die „NYT“ gut ein Drittel der 14 Preise einheimste, bekamen ihre beiden Konkurrenten jeweils nur einen - die „Washington Post“ in der Kategorie „Erklärende Reportage“, die „Los Angeles Times“ in der Kategorie „Kommentar“. Im vergangenen Jahr hatte die „Washington Post“ noch sechs Auszeichnungen gewonnen. Die vielen Preise für die „NYT“ dürften sie in ihrem Bemühen um Qualitätsjournalismus bestärken. Wie viele andere US-Zeitungen kämpft das Blatt mit finanziellen Schwierigkeiten.

Den „Breaking News“-Preis erhielt die „NYT“ für ihre Berichterstattung über den unerwarteten Rücktritt des New Yorker Gouverneurs Eliot Spitzer im März vergangenen Jahres, der damit Konsequenzen aus seiner Verwicklung in einen Prostitutionsskandal zog. Die „NYT“ habe die Neuigkeit auf ihrer Website verbreitet und dann schnell und zuverlässig berichtet, lobte die Pulitzer-Jury.

„NYT“-Journalist David Barstow gewann den Preis für seinen Enthüllungsbericht über US-Generäle im Ruhestand, die angeblich als unabhängige Medienberater arbeiteten. In Wirklichkeit waren sie aber vom Pentagon ausgewählt worden, um für die Irak-Politik der damaligen US-Regierung von George W. Bush Stimmung zu machen, und ließen sich zum Teil auch von Unternehmen bezahlen. Außerdem belohnte die Jury die „meisterhafte, wegweisende Berichterstattung“ der „NYT“ über die militärischen und politischen Probleme in Afghanistan und Pakistan unter oft gefährlichen Bedingungen mit dem Preis für die beste Auslandsberichterstattung.

Die übrigen Preise erhielt die „NYT“ in den Kategorien „Kritik und Rezension“ und Feature-Fotografie. Auffällig war, dass trotz des Dauerthemas Wirtschaftskrise keine Beiträge über wirtschaftliche Themen ausgezeichnet worden.

Erstmals in der langen Geschichte des seit 1917 verliehenen Pulitzer-Preises waren auch reine Online-Medien zugelassen, deren Inhalt mindestens zur Hälfte aus reiner, unkommentierter Information besteht. Sie bekamen keinen Preis, nur ein Zeichner der Seite politico.com schaffte es ins Finale. Allerdings sei bei sieben Preisträgern der Anteil des online veröffentlichten Materials sehr groß gewesen, sagte der Organisator der Preisverleihung, Sig Gissler. Obwohl die Bedeutung des Internets in der Medienlandschaft nach seiner Einschätzung zunimmt, plane das Pulitzer-Komitee keine eigene Online-Kategorie. afp