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Medien & TV Neuer "Tatort" konfrontiert Ermittler mit wirrer Vermisstenanzeige
Nachrichten Medien & TV Neuer "Tatort" konfrontiert Ermittler mit wirrer Vermisstenanzeige
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13:03 03.09.2009
Sie hören auf: Andrea Sawatzki und Jörg Schüttauf
Sie hören auf: Andrea Sawatzki und Jörg Schüttauf Quelle: ddp
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Nur noch zwei Episoden wird es mit den Frankfurter Ermittlern geben. Die vorletzte heißt „Architektur eines Todes“ und wird in der ARD am Sonntag (6. September) um 20.15 Uhr ausgestrahlt. Da der Fall bereits abgedreht war, bevor sich die beiden Darsteller zu ihrem endgültigen „Tatort“-Aus outeten, ist darin von wehmütiger Abschiedsstimmung allerdings noch keine Spur.

Geradezu elektrisiert stürzen sich die TV-Kommissare stattdessen auf eine verworrene Vermisstenanzeige. Dabei fallen verschwundene Frauen normalerweise gar nicht in ihren Zuständigkeitsbereich. Doch in diesem speziellen Fall machen Sänger und Dellwo eine Ausnahme. Denn ausgerechnet die angesagte Stararchitektin Sofia Martens (Nina Petri) hat sie um Hilfe gebeten. Immerhin ist ihre Assistentin Anett Berger (Julia Dietze) nicht zur Arbeit erschienen - und das wenige Tage vor einem millionenschweren Geschäftsabschluss. Da kann etwas nicht stimmen. Tatsächlich stoßen Sänger und Dellwo bei ihren Ermittlungen auf etliche Ungereimtheiten. Zumal ihnen Martens augenscheinlich nicht die vollständige Wahrheit über Bergers Verschwinden offenbart hat.

Für einen traditionellen „Tatort“ beginnt „Architektur eines Todes“ regelrecht unspektakulär. Der Zuschauer wird diesmal mit keiner Leiche konfrontiert, sondern schlichtweg mit einer jungen Frau, die spurlos von der Bildfläche verschwindet. Doch der seichte Beginn ist trügerisch. Die Handlung entwickelt bereits nach kurzer Zeit einen gewaltigen Sog, aus dem Callboys, lesbische Emanzen, frustrierte Ehemänner und missverstandene Mitarbeiter zum Vorschein treten.

Die glitzernde Welt der Stararchitektin erhält mächtige Risse. Nahezu jede Person aus ihrem Umfeld könnte ein Interesse daran haben, die junge Assistentin verschwinden zu lassen. Selbst Martens rückt mit der Zeit in den Kreis der Tatverdächtigen vor. Und dass es am Ende doch wieder einen Todesfall zu beklagen gibt, deutet bereits der Episodentitel an.

Immer schneller dreht sich der abgründige Strudel dieser schlüssigen Geschichte, bis es am Ende zu einer überraschenden Auflösung kommt. Trotzdem wird „Architektur eines Todes“ nicht unbedingt als der stärkste Fall von Sänger und Dellwo in Erinnerung bleiben. Doch bei 16 gemeinsamen Auftritten ist die Auswahl an hochklassigen Alternativen natürlich groß.

Nun darf mit hoher Spannung auf den abschließenden Fall der beiden beliebten Ermittler gewartet werden. Ihr letzter gemeinsamer Tatort mit dem verheißungsvollen Arbeitstitel „Am Ende des Tages“ wird im kommenden Frühjahr auf dem gewohnten ARD-Sendeplatz zu sehen sein. ddp