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Medien & TV Neue krimi.de-Folge „Netzangriff“ thematisiert Cybermobbing
Nachrichten Medien & TV Neue krimi.de-Folge „Netzangriff“ thematisiert Cybermobbing
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20:21 21.03.2010
Von Christiane Eickmann
Wie kamen die Bilder ins Netz? Tim (Jeremy Mockridge, links) und Kommissar Lannert (Richy Müller) wollen Klara (Jette Hering) helfen.
Wie kamen die Bilder ins Netz? Tim (Jeremy Mockridge, links) und Kommissar Lannert (Richy Müller) wollen Klara (Jette Hering) helfen. Quelle: Ki.Ka
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Zu viele Partys, zu viel Alkohol. Klaras (Jette Hering) Eltern wird es zu bunt. Sie nehmen ihre 16-jährige Tochter mitten im Schuljahr vom Internat und schicken sie auf ein Stuttgarter Gymnasium. Als ob das nicht schon reicht, verläuft Klaras Start in der neuen Klasse verheerend. Gleich bei der ersten Party trinkt sie erneut zu viel und verliert ihr Handy. Auf diesem sind aus Spaß aufgenommen Fotos, die Klara in Unterwäsche zeigen. Prompt landen die Bilder in einem Internetportal – garniert mit anzüglichen Sprüchen. Klara ist verzweifelt und weigert sich, wieder in die Schule zu gehen.

Cybermobbing ist das Thema der neusten Folge der mehrfach preisgekrönten Reihe krimi.de des Kinderkanals. Erstmals ermittelt dieses Mal der Stuttgarter „Tatort“-Kommissar Thorsten Lannert (Richky Müller) in einem Krimi für jugendliche Zuschauer. Lannert ist befreundet mit Klaras Vater, dem Rechtsmediziner Prof. Gerhard Stolz (Thomas Heinze). Weil Stolz nicht weiß, wie er seiner Tochter helfen kann, bittet er Lannert um Hilfe. Der findet ausgerechnet bei Tim (Jeremy Mckridge, bekannt aus der „Lindenstraße“) Klaras Handy – und damit bei dem einzigen Mitschüler, zu dem Klara noch Vetrauen hatte. Die Situation spitzt sich zu. Schließlich läuft Klara, die nicht mehr weiterweiß, von Zuhause weg.

In den 45 spannend erzählten Minuten des Ki.Ka-Films „Netzangriff“ lernt die Protagonisten Klara zwischen echten und Internetfreunden zu unterscheiden, ihre Mitschüler müssen erkennen, was es für Folgen haben kann, andere bloßzustellen. Das eine oder andere Mal geschieht das allerdings ein wenig zu sehr mit dem erhobenen Zeigefinger.

Im Übrigen aber überzeugen Drehbuch, Darsteller und witzige Regieeinfälle wie eine wunderbare Verfolgungsjagd auf Fahrrädern. Positiv auch, dass „Netzangriff“ nicht eine eindimensionale weibliche Hauptfigur präsentiert, die nur ein bedauernswertes Opfer ist. Klaras erste Auftritte vor den neuen Mitschülern sind zugleich arrogant und unsicher. Genervt von Hinweisen ihrer Mutter, die als Therapeutin arbeitet, brüllt sie auch schon mal Sätze wie: „Vielleicht will ich ja gar nicht funktionieren!“

„Netzangriff“ wurde im Februar für den Kinderfilmpreis „Der goldene Spatz“ nominiert.