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Medien & TV Neue ARD-Serie: Frauenpower in Krisenzeiten
Nachrichten Medien & TV Neue ARD-Serie: Frauenpower in Krisenzeiten
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11:51 17.04.2009
In der Hauptrolle: Katharina Schubert
In der Hauptrolle: Katharina Schubert Quelle: ddp
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Den Traum von einer Rennfahrerkarriere hat sie ihrer Familie zuliebe an den Nagel gehängt. Und so führt Lilli ein zufriedenes Leben, bis ihr Arbeitsplatz und der ihrer Freundinnen in Gefahr ist. Mit der neuen Serie „Eine für alle - Frauen können’s besser“ singt die ARD ab Montag (20. April, 18.50 Uhr) nicht nur ein Loblied auf die Frau. Das Format auf dem für das Erste schwierigen Vorabendterrain ist zudem unverhofft nah am Zeitgeschehen.

Seit Jahren sind Lilli, Bärbel (Yasmina Djaballah), Yvonne (Katharina Kaali) und Melanie (Anna Hopperdietz) für die Wetzmann Werke tätig. Der gemeinsame Job hat das Quartett auch außerhalb der Berufswelt zusammengeschweißt. Als ihr Arbeitsplatz von sogenannten Heuschrecken zerschlagen werden soll, gerät die kleine, heile Welt der Frauen aus den Fugen. Doch sie nehmen den Kampf auf: Für den symbolischen Wert von einem Euro kauft Lilli die bedrohte Fabrik, was Freundschaft und Familienleben alsbald auf eine harte Probe stellt.

Eine langfristige und zeitgemäße Serie wollte die ARD nach Angaben ihres Programmdirektors Volker Herres auf dem hart umkämpften Vorabendsendeplatz anbieten. „Dass uns die Realität so schnell ein- und dann überholt, damit hatte niemand gerechnet“, sagt Herres, der bereits im Sommer 2008 das Exposé zu „Eine für alle“ vorliegen hatte. Inzwischen sei es bundesdeutsche Wirklichkeit und das Thema der Serie, ein insolventes Mittelstandsunternehmen und drohende Arbeitslosigkeit im Musterländle, passe besser ins Heute, als allen lieb sei.

Mit einer laut Herres „notwendigen Kraftanstrengung“ hat der Sender im Rekordtempo aus einer Halle ein 1600 Quadratmeter großes Studio gebaut, das auf zwei Ebenen bespielt wird. Der Produktionsstandort Ludwigsburg biete unverbrauchte Motive für die tägliche Serie. So erzählt die Dramady vor dem Hintergrund der zunehmenden Globalisierung und ihren Folgen im fiktiven Ort Dorach Herres zufolge Geschichten über Job und Familie, Freundschaft und Liebe, Siege und Niederlagen.

Es sind vor allem die vier unterschiedlichen Protagonistinnen, die sich tapfer in einer Art “’Sex and the City’ auf dem Land“ mit großem Gerechtigkeitsgefühl durch das Leben schlagen und für ihre Heimat aufopfern: Lilli, die Impulsive und Risikobereite; Bärbel, die Zögerliche und Skeptische; Yvonne, die Pragmatische und Lebensfrohe; Melanie, die Verträumte und Gebildete. Während Lilli und Bärbel glücklich verheiratet sind, suchen Yvonne und Melanie noch nach dem richtigen Herzbuben.

Dabei stellt Schubert Wortführerin Lilly dar, wie sie die Zuschauer bereits aus unzähligen Filmen kennen: Als patente Frau, die alles schultert, wenngleich ihr die ARD in diesem Fall so manche Stolpersteine in den Weg legt. Immer wieder wird ihre Lilli mit Widerständen konfrontiert, die ihre Träume und Sehnsüchte mitunter in weite Ferne rücken lassen. „Mich hat der Charakter ebenso gereizt wie die Geschichte um diese Frau, dieser Humor und dieses Tempo“, erklärt Schubert im ddp-Interview ihre Figur, die Probleme anpacke und ihrer Wut über Ungerechtigkeiten Platz einräume.

„Den Karren an die Wand haben Männer gefahren“, sagt Schubert zur aktuellen Situation. Frauen hätten einfach die größere soziale Kompetenz. Und genau das sei im Moment gefragt, da es um Arbeitsplätze und zerstörte Familien gehe. „Wo Männer einem Teil der Belegschaft kündigen, kämpfen Frauen um den Erhalt von Arbeitsplätzen. Wie die Nokia-Betriebsrätin, die zwischen Schweden und Bochum hin- und herjettet“, betont die 45-Jährige. Frauen sähen Arbeitskräfte nicht als Human-, sondern als lebendiges Kapital.

Aber so ganz ohne Männer kommen dann auch Lilli, Bärbel, Yvonne und Melanie nicht aus, wie die zunächst auf 200 Folgen angelegte Serie montags bis freitags um jeweils 18.50 Uhr in der ARD zeigen wird. In weiteren Rollen sind Thorsten Nindel und Nicolas König zu sehen sowie Alexander Sholti, Martin Armknecht und Niki Greb. ddp