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Medien & TV Kriminalistisches Quartett zu Ostern
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20:29 06.04.2012
Sind die toten Mädchen in Köln und Leipzig von ein und demselben Täter ermordet worden? Quelle: ARD
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Hannover

Die TV-Kommissare des MDR und des WDR in Leipzig und Köln ermitteln als Quartett. Es ist eine Premiere in 40 Jahren „Tatort“-Geschichte. An Ostersonntag und Ostermontag sendet die ARD jeweils um 20.15 Uhr die Krimifolgen „Kinderland“ und „Ihr Kinderlein kommet“.

Ihr Fall führt die Kommissare Eva Saalfeld (Simone Thomalla) und Andreas Keppler (Martin Wuttke) am Sonntag zunächst ins Milieu der Straßenkinder und Kinderprostituierten. Das Straßenmädchen Lisa wird ermordet. Sie wurde erwürgt, und sie war in der fünften Woche schwanger. Die Ausreißerin Anna aus Torgau hat „mit ihr abgehangen“, wie Jugendliche das nennen. Anna ist der rote Faden beider Drehbücher. Es ist ihr Schicksal, das in beiden Filmen eine zentrale Rolle spielt. In Köln findet im Film vom Montag ein Liebespaar dann eine Leiche im Rhein. Die junge Sarah wurde vergewaltigt und erwürgt. Sie ging in Leipzig auf den Kinderstrich, wie die Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) herausfinden. Keine Frage für das Duo: Sie machen sich auf den Weg nach Sachsen. Allerdings ohne ihre dortigen Kollegen zu informieren. Das führt zu Rangeleien, und Ballauf findet sich in einer Polizeizelle wieder. Doch dann zieht das Fernsehquartett an einem Strang.

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Während Saalfeld und Keppler in Leipzig den Mörder der Schwangeren Lisa entlarven, werden in Köln weitere Mädchenleichen aus dem Rhein gezogen. Ist hier ein kranker Serienmörder unterwegs? Ist die ausgerissene Anna in seinen Händen? Saalfeld und Keppler eilen nach Köln. Als Eva Saalfeld im Alleingang einer neuen Spur nachgeht, begibt sie sich, ohne es zu ahnen, in eine tödliche Gefahr.

Es bedarf einiger Konstruktion, um die Handlung zwischen Leipzig und Köln zu verweben. Klammer für beide Folgen ist das Problem der Straßenkinder und der verschwundenen Kinder. Herausgekommen ist eine Doppelfolge, deren Handlung im zweiten Teil immer mehr Fahrt aufnimmt. Bis zum dramatischen Finale erlebt der Zuschauer Hochspannung pur. Das Drehbuch schrieb Jürgen Werner. Regie führte von Thomas Jauch.

Die ARD knüpft große Hoffnungen an ihren Doppel-„Tatort“. Denn die Konkurrenz an den Feiertagen ist groß. RTL zeigt am Sonntag parallel James Camerons Milliardenseller „Avatar“ und rechnet mit einer Topquote für die Erstausstrahlung. Am Montag ist die Konkurrenz etwas schwächer. PRO7 schickt um 20.15 Uhr einen eigenproduzierten Film über den Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan ins Rennen. Die Verwechslungsklamotte „Willkommen im Krieg“ wagt den Versuch, die Tragik des Krieges mit den Mitteln des Boulevardtheaters ironisch zu brechen. Das ist nicht ganz unoriginell geraten. Skurriler Witz durchzieht die „erste deutsche Antikriegskomödie“, wie PRO7 für seinen 90-Minüter wirbt. Diese „Kombination aus Comedy und Drama“ habe er in Deutschland noch nie erlebt, lobt Schauspieler Hannes Jaenicke, der darin einen Major spielt.

Das Rennen wird wohl der „Tatort“ machen. Behrendt und Bär drehen nicht das erste Mal eine „Tatort“-Folge in Leipzig. Bereits 2000 („Quartett in Leipzig“) und 2002 („Rückspiel“) sendete die ARD jeweils einen Film mit den Kommissaren aus Köln und Leipzig. In Sachsen ermittelten damals noch die Kommissare Bruno Ehrlicher (Peter Sodann) und Kain (Bernd Michael Lade). Diesmal ist eine attraktive Frau mit im Boot. Dass Kommissar Schenk ganz offensichtlich sehr schnell eine kollegiale Schwäche für Eva Saalfeld entwickelt hat – die auch erwidert wird –, bietet ihren jeweiligen Pendants allerlei Anlass für Spötteleien. Fazit: Experiment gelungen.

„Kinderland“ | ARD
Ostersonntag, 20.15 Uhr.
„Ihr Kinderlein kommet“ | ARD
Ostermontag, 20.15 Uhr
Doppel-„Tatort“ aus Köln und Leipzig

Gitta Keil und Imre Grimm

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