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Medien & TV Ki.Ka will mit neuem Angebot Vorschüler gezielt ansprechen
Nachrichten Medien & TV Ki.Ka will mit neuem Angebot Vorschüler gezielt ansprechen
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21:42 03.10.2009
Ki.Ka-Moderator Willi Weizel
Ki.Ka-Moderator Willi Weizel Quelle: Christian Behrens
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„Kikaninchen“ - laut Ki.Ka „Programmfläche, Fernsehfigur und Serviceangebot für Eltern und Pädagogen“ in einem - startet am Montag (5. Oktober) und soll nach dem Wunsch der Verantwortlichen zur bevorzugten Sendung der Drei- bis Sechsjährigen werden.

„Neu ist vor allem, dass die Sendungen, die Montag bis Freitag zwischen 6.50 Uhr und 10.25 Uhr laufen, nun eindeutig als Sendungspaket für Vorschulkinder ausgewiesen werden“, sagt Ki.Ka-Programmgeschäftsführer Steffen Kottkamp. Dazu wurde ein knuffiges, animiertes, blaues Kaninchen geschaffen, das als „Stellvertreter der Kinder im Fernsehen“ fungieren soll: „Es ist fantasievoll, neugierig und manchmal auch frech.“ Dem Hasen zur Seite steht der Puppenspieler Christian Bahrmann.

Die Auftritte von Kikaninchen und Christian, die in ihren einige Minuten langen Sequenzen zwischen den Serien unter anderem basteln oder singen und somit das laufende Programm unterbrechen, sollen Kottkamp zufolge auch dazu dienen, dass die Kinder an der einen oder anderen Stelle von selbst ausschalten. Ein expliziter Hinweis auf den Ausschaltknopf - wie ihn zum Beispiel Peter Lustig in der Sendung „Löwenzahn“ gab - gibt es bei Kikaninchen nicht. „Das bewirkt nach Meinung der von uns zu Rate gezogenen Experten eher das Gegenteil“, begründet Kottkamp die Entscheidung: „Wenn die Kinder gebeten werden, auszuschalten, werden sie erst recht neugierig und fragen sich, was danach kommt.“

Dass das Programm jeden Tag ähnlich aussehe, sei ebenfalls beabsichtigt: „Kleine Kinder lieben Redundanz und brauchen Struktur und Verlässlichkeit“, sagt Kottkamp, der für die Entwicklung der Sendung unter anderem das Internationale Zentralinstitut für das Jugend- und Bildungsfernsehen (IZI) zu Rate zog. Zudem änderten sich ja die Inhalte der Sequenzen mit Kikaninchen und Christian je nach Wochentag und auch je nach Jahreszeiten - und sowieso gehe man nicht davon aus, dass die Kinder den ganzen Vormittag vor dem Fernseher verbrächten.

Es sei aber einfach eine Tatsache, dass Drei- bis Fünfjährige täglich mehr als eine Stunde vor dem Fernseher sitzen, sagt Kottkamp. Da sei „Medienerziehung von Anfang an“ besser, als wenn die Kinder mit dem, was sie im TV sähen, alleingelassen würden.

Auch die Pläne zu einer Erweiterung der Sendezeit um die zwei Stunden von 21.00 bis 23.00 Uhr sind Kottkamp zufolge noch nicht vom Tisch. „Ich verstehe, dass es ein gesellschaftliches Bewusstsein dafür gibt, dass Kinder zeitig ins Bett sollen“, sagt er. Allerdings gelte hier das Gleiche wie für Fernsehen für Vorschüler: besser ein sinnvolles Programm anbieten als das Feld den anderen überlassen.

Wie sinnvoll solch ein Programm tatsächlich ist, darüber hatte es erst kürzlich Differenzen zwischen den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und den Privaten gegeben. Allerdings betraf dieser Streit nicht das Fernseh-, sondern die Website „Kikaninchen.de“, welche das TV-Angebot ergänzen soll. Sie wurde erst kürzlich gemeinsam mit „Ki.Ka plus“ vom MDR-Rundfunkrat genehmigt. Damit stellte das Gremium fest, dass der Internetauftritt nach seiner Einschätzung die Aufgaben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks erfüllt.

Der Verband Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) hatte die Entscheidung kritisiert: Neben der aus seiner Sicht unzureichend begründeten gesellschaftlichen Notwendigkeit der Angebote, die ähnlich bereits im Markt verfügbar seien, standen ausufernde Verweildauern, kommerzielle Elemente und die nicht differenzierten und für die Breite des Angebotes zu niedrig angesetzten Kosten im Mittelpunkt der Kritik.

Der Rundfunkrat hat für die Kosten eine Summe von 320.000 Euro pro Jahr festgeschrieben. Er muss bei Überschreitung des Aufwandes von mehr als zehn Prozent seine Zustimmung geben. In drei Jahren soll über das Budget erneut beraten werden.

ddp