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Medien & TV Jeder vierte Texas-Teenager verschickt Nacktbilder von sich
Nachrichten Medien & TV Jeder vierte Texas-Teenager verschickt Nacktbilder von sich
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22:01 02.07.2012
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New York

Demnach haben 28 Prozent der Heranwachsenden schon einmal Nacktbilder von sich verschickt. Mehr als die Hälfte, 57 Prozent, wurden schon einmal nach schlüpfrigen Bildern via Internet gefragt und 31 Prozent fragten selbst. Nach dem englischen Wort für das Versenden von "Text Messages", "texting", wird das Verschicken erotischer SMS in den USA auch "sexting" genannt.

Vergleichbare quantitative Studien lägen in Deutschland bislang nicht vor, sagte Petra Grimm, Kommunikationswissenschaftlerin an der Hochschule der Medien in Stuttgart. Ihrer qualitativen Studie "Porno im Web 2.0" zufolge haben Jugendliche allerdings Erfahrungen mit verschiedenen Formen von Pornografie: mit selbstgedrehten Videos aus Beziehungen ebenso wie mit Material, das via Handy in der Clique verbreitet wird.

Auch das "Sexting" in der Hoffnung auf Anerkennung sei hierzulande bekannt. "Oftmals entstehen solche Fotos und Videos aus einer gewissen Unbedachtsamkeit heraus", sagte Grimm. Man dürfe Jugendliche nicht vorschnell kriminalisieren. "Für Mädchen ist es oftmals eine Gratwanderung: Einerseits möchten sie sich attraktiv im Netz zeigen, andererseits kann das ganz schnell nach hinten losgehen."

Die US-Forscher sehen in der Entwicklung die neue Form eines typischen Verhaltens Pubertierender: "Es sieht so aus, als ob Sexting die moderne Version von "Zeigst Du mir was, zeige ich Dir was" ist", sagte Studienleiter Jeff Temple. Mittlerweile sei das ein normales Verhalten. "Auf der anderen Seite haben wir herausgefunden, dass die Teenager sich gestört fühlen von der Aufforderung, Nacktbilder zu schicken." Mit einem erheblichen Unterschied: "Fast alle Mädchen fühlten sich von der Aufforderung gestört. Bei den Jungs war es die gute Hälfte, die zumindest ein bisschen daran Anstoß nahm."

Die Forscher berichten auch von einem Zusammenhang zwischen "Sexting" und dem Sexualverhalten. Die Jungen und Mädchen, die solche Bilder verschickten oder danach fragten, hätten auch ein ausgeprägteres Sexualleben. Besonders bei den Mädchen zeige sich: Die, die "sexten", seien risikobereiter und schliefen mit mehreren Partnern oder konsumierten dabei Drogen und Alkohol. Das könne noch mit den Moralvorstellungen von draufgängerischen Jungs und scheuen Mädchen zu tun haben: Die Mädchen, die ihre Reputation mit dem Verschicken von Bildern gefährden, seien auch eher zu anderen Experimenten bereit.

dpa