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18:23 04.12.2008
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Seit der vorherigen Studie aus dem Jahr 2000 sank der Anteil derer, die nie ein Buch in die Hand nehmen, von 28 auf 25 Prozent.

Es handelt sich um die größte Untersuchung zum Leseverhalten in Deutschland seit acht Jahren. Befragt wurden mehr als 2500 Jugendliche und Erwachsene. Die Studie belegt, dass die Zahl der klassischen Gelegenheitsleser mit einem bis vier gelesenen Büchern im Monat zurückgeht. Seit dem Jahr 2000 sank ihr Anteil von 31 auf 25 Prozent.

Generell gibt es in Deutschland einen Abwärtstrend bei der Zahl der jährlich gelesenen Bücher. Der Vergleich mit den Vorgängerstudien der Stiftung Lesen in den Jahren 1992 und 2000 zeigt, dass lediglich der „harte Kern“ der Vielleser mit mehr als 50 Büchern pro Jahr mit rund drei Prozent konstant bleibt. Einen Aufwärtstrend gibt es hingegen bei der täglichen Buchlektüre: Während vor acht Jahren nur sechs Prozent jeden Tag lasen, waren es 2008 wieder neun Prozent. 1992 waren dies allerdings noch 16 Prozent.

Als bemerkenswert stuft die Studie das Leseverhalten von Menschen mit Migrationshintergrund ein. 36 Prozent von ihnen lesen demnach ein- oder mehrmals in der Woche und elf Prozent sogar täglich. Damit greifen sie mindestens ebenso häufig zum Buch wie der Bevölkerungsdurchschnitt. „Deutsch sprechende Migranten bilden eine neue ’Lese-Mittelschicht’- mit großem bildungspolitischen Potenzial“, erklärte dazu der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesbildungsministerium, Andreas Storm (CDU). Dies belege, dass die Vermittlung von Sprachkompetenz der Schlüssel für erfolgreiche Leseförderung sei. Das Ministerium förderte die Studie.

Das Leseverhalten in Ost und West hat sich mit den Jahren fast vollständig angeglichen. Während 1992 laut Studie noch gut zwei Drittel (68 Prozent) der Menschen in den neuen Ländern bis zu einmal wöchentlich ins Buch guckte, sank der Anteil bis 2008 auf 42 Prozent.

Die Vision vom „Bildschirm-Lesen als Zerstörer der Lesekultur“ trifft laut Studie nicht zu. Zwar sei Lesen am Bildschirm im Alltag angekommen. Dennoch möchte die Mehrheit nicht auf gedruckte Bücher verzichten. 20 Prozent beklagen zudem, dass sie sich beim Lesen am Bildschirm verzetteln. Lediglich elf Prozent ziehen Computer den Büchern vor. Bezogen auf alle Medien sank der Anteil der Nicht-Leser in den vergangenen acht Jahren von 30 auf 27 Prozent, während der Anteil der Viel-Leser von 34 auf 38 Prozent stieg.

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