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Medien & TV Ist diese Wahlwerbung noch jugendfrei?
Nachrichten Medien & TV Ist diese Wahlwerbung noch jugendfrei?
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20:00 14.05.2009
Quelle: ddp
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Berlin. Der Spot stelle ein „entwicklungsbeeinträchtigendes Angebot“ im Sinne des Jugendmedienschutzstaatsvertrages dar, begründete der WDR seinen Schritt in einem Schreiben an die Linken-Bundesgeschäftsstelle in Berlin. Nach Angaben des Kölner Senders vom Donnerstag wurde der Spot auf WDR 4 erstmals am Vortag statt wie ursprünglich geplant gegen 13.05 Uhr erst gegen 20.05 Uhr gesendet. Auch weitere Ausstrahlungen am 18. und 26. Mai sowie am 4. Juni auf WDR 2 beziehungsweise WDR 4 würden auf den Abend verschoben.

In dem Wahlwerbespot unterhält sich ein Paar beim Sex über seinen Kinderwunsch, politische Einstellungen von Eltern und darüber, dass Linke in Europa das Sagen haben sollten. In dem Schreiben des WDR-Justiziariats heißt es, der Hörfunk-Spot sei „geeignet, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu einer gemeinschaftsfähigen Persönlichkeit zu beeinträchtigen“. „Durch Dauer und Intensität der akustischen Darbietung des Geschlechtsverkehrs im Mittagsprogramm von WDR 4 werden Jugendliche und insbesondere Kinder unfreiwillig und möglicherweise ohne Aufsicht oder Betreuung der sexuellen Darstellung ausgesetzt.“

Linken-Bundesgeschäftsführer Dietmar Bartsch äußerte sein Unverständnis über die Entscheidung des WDR. Andere öffentlich-rechtliche Sender wie Mitteldeutscher, Norddeutscher und Hessischer Rundfunk strahlten den Spot auch mittags aus, sagte er „Spiegel Online“. „Offenbar gelten nicht überall im Land die gleichen Sex-Maßstäbe.“ Bartsch fügte hinzu, bei einer Ausstrahlung im Abendprogramm würden allerdings ohnehin mehr Hörer erreicht, „es sei denn, die sind gerade abgelenkt durch Tätigkeiten, die sie daran hindern, eine gemeinschaftsfähige Persönlichkeit im Sinne des WDR zu entwickeln“. afp