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Medien & TV Interview zur letzten Staffel der Lindenstraße: “Ich kann versprechen, dass noch einiges passieren wird”
Nachrichten Medien & TV Interview zur letzten Staffel der Lindenstraße: “Ich kann versprechen, dass noch einiges passieren wird”
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17:54 08.08.2019
„Lindenstraßen“-Produzentin Hana Geißendörfer (links), und ihr Vater, Serienschöpfer Hans W. Geißendörfer (rechts). Quelle: Horst Galuschka / dpa
Köln

Noch ein letztes Mal kommt die „Lindenstraße“ am Sonntag (11. August) aus der Sommerpause zurück, die Episode 1727 läuft um 19.30 Uhr im Ersten. Nächstes Jahr im März wird die Kultserie mit Mutter Beimer und Co. nach 34 Jahren Laufzeit dann endgültig eingestellt. Erfunden hat sie Hans W. Geißendörfer. Seine Tochter Hana Geißendörfer wurde 1984 in London geboren, sie wuchs dort und auf der griechischen Insel Rhodos auf. Nach einem Filmstudium in Paris arbeitete sie als Regisseurin sowie Produktionsleiterin und stieg vor ein paar Jahren zunächst als Regieassistentin und Drehbuchautorin bei der „Lindenstraße“ ein. Seit 2015 ist die 35-Jährige gemeinsam mit ihrem Vater als Produzentin der in Köln gedrehten Seifenoper tätig.

Frau Geißendörfer, die „Lindenstraße“ kehrt jetzt aus der Sommerpause zurück, doch bald wird die Serie eingestellt. Wie ist denn die Stimmung im Team?

Die ist gemischt, würde ich sagen, da gehen viele Gefühle und Stimmungen durcheinander. Für viele altgediente Darsteller und Teammitglieder ist die „Lindenstraße“ ein sehr langer Lebensabschnitt. Wir sind natürlich alle sehr traurig, dass es zu Ende geht, aber produzieren zum Schluss noch ein paar richtig gute Folgen zusammen.

Hat es Sie überrascht, als die ARD Ende vergangenen Jahres das Aus verkündete?

Ja.

Lesen Sie auch: So geht „Lindenstraße“ zum letzten Mal in die Sommerpause

Aber die Serie stand doch schon seit Jahren auf der Kippe, oder?

Üblich war, dass der Vertrag alle zwei bis drei Jahre mit dem Sender verlängert werden musste – die letzten Vertragsverlängerungen waren keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Das Aus hätte mich aber 2016 weniger überrascht als diesmal, weil wir meiner Einschätzung nach auf einem guten Weg sind, die Serie zu modernisieren. Vor einigen Jahren hatten wir mehr Baustellen.

Was sagen die Zuschauer zum Aus des Dauerbrenners?

Viele sind bestürzt, wir bekommen jede Menge Zuschriften und es gab ja sogar Demonstrationen für den Erhalt der „Lindenstraße“. Da herrscht viel Aufregung unter den Fans. Das ist ein Zuspruch, der uns natürlich sehr freut und viel Energie gibt.

Gedreht wird noch bis Dezember, wie geht es bis zum Finale im kommenden März mit der Serie weiter?

Ich kann versprechen, dass noch einiges geboten wird, außerdem dürfen sie sich auf ein Wiedersehen mit ein paar alten Figuren aus der langen Geschichte der „Lindenstraße“ freuen. Man wird zum Beispiel Benny Beimer und Momo Sperling noch mal zu sehen bekommen.

Sind Sie denn sauer, dass die „Lindenstraße“ eingestellt wird?

Ich bin eher enttäuscht.

Die Einschaltquoten sind seit Jahren rückläufig…

Ja, da haben Sie recht. Aber man muss berücksichtigen, dass das auch dem Wandel der Zeit geschuldet ist. Auch ist die „Lindenstraße“ in den letzten Jahren öfter im Ersten ausgefallen und lief nur in One, oder die Sendezeit wurde verschoben, was natürlich nicht gerade die Zuschauerbindung fördert. Trotzdem möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass von 2017 auf 2018 die Quote im Durchschnitt leicht gestiegen ist. Ich bin sehr gespannt, welches Format zukünftig auf unseren Sendeplatz regelmäßig um die zwei Millionen Zuschauer erreicht. Aus meiner Sicht stellt sich in dem Zusammenhang aber auch die Frage, ob ein öffentlich-rechtlicher Sender nur auf die Quote gucken sollte.

Ein anderes Argument für die Einstellung ist, dass die Kosten zu hoch seien.

Unsere Kosten sind in den letzten Jahren nicht gestiegen. Wenn man sich das Format nicht mehr leisten will, ist das natürlich was anderes.

Sie sind erst seit vier Jahren die hauptverantwortliche Produzentin der „Lindenstraße“. Hätten Sie gedacht, dass es doch nur so kurz wird?

Nein.

Als die „Lindenstraße“ 1985 startete, waren Sie ein Jahr alt. Die Serie, die Ihr Vater Hans W. Geißendörfer erfunden und lange Zeit produziert hat, war immer ein Teil Ihres Lebens…

Das stimmt, aber ich bin in London aufgewachsen und habe es deshalb als Kind gar nicht so genau mitgekriegt. Ich hatte nicht so viele Berührungspunkte mit der „Lindenstraße“ und wusste ehrlich gesagt als Kind auch nicht so genau, was es damit auf sich hat. Aber natürlich hat mich mein Vater dann irgendwann auch mal mit ins Studio in Köln genommen, um mir seinen Arbeitsplatz zu zeigen.

Lesen Sie auch: Lindenstraße”-Fans: Über was rede ich jetzt mit Mama?

Die Kulisse des Supermarkts in der Lindenstraße. Quelle: imago/Revierfoto

Wie war das?

Damals durfte noch überall geraucht werden, und es roch in den ganzen Produktionsbüros nach Qualm in alten Teppichen. Das war für mich furchtbar, weil ich es als Kind absolut gehasst habe, wenn Erwachsene rauchen. Diesen Geruch habe ich aber immer noch in der Nase, wenn ich daran denke (lacht).

Waren Sie denn nicht auch fasziniert von den Fernsehkulissen?

Eigentlich nicht, aber ich war damals ja auch erst so um die sechs Jahre alt. Als ich dann älter wurde, hat mich das natürlich zunehmend interessiert und ich bin dann nach meinem Filmstudium auch bei der Serie eingestiegen, erst als Praktikantin und dann als Regieassistentin und Drehbuchautorin. Aber als Kind hat mich die „Lindenstraße“ nicht so angesprochen, das war halt die Arbeit meines Vaters.

Was sagt Ihr Vater zum Aus der Serie?

Das geht ihm schon nahe, die „Lindenstraße“ ist schließlich sein Lebenswerk. Aber er sieht das auch sportlich. Wir wollen jetzt auf jeden Fall noch ein ganz besonderes halbes Jahr abliefern, damit die Serie in bester Erinnerung bleibt.

Und wie geht es in der letzten Folge im März 2020 zu Ende?

Das verrate ich natürlich nicht. Ich kann nur so viel sagen, dass bis zum Ende noch einiges passiert, es wird noch zwei Todesfälle, eine Hochzeit und eine Geburt geben. Und mein Vater und ich spielen auch noch einmal mit.

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