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Medien & TV Internetgemeinde wittert Plagiat in Guttenbergs Rücktrittsrede
Nachrichten Medien & TV Internetgemeinde wittert Plagiat in Guttenbergs Rücktrittsrede
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14:28 04.03.2011
„Khan“, Supermensch im Star-Trek-Film.
„Khan“, Supermensch im Star-Trek-Film. Quelle: adi
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Im Internet herrscht in diesen Tagen Alarmstimmung, sobald der Name Karl-Theodor zu Guttenberg in den virtuellen Raum geworfen wird. Manchmal reicht auch ein simples „KT“, um den Flurfunk bei Twitter, Facebook und Co. anzuheizen. Alles, was mit dem Adligen aus dem Frankenlande zu tun hat, wird verzwitschert, geliked und verlinkt. Zu beobachten war das nach dem Rücktritt des Verteidigungsministers. Zu Guttenberg hatte am Ende seiner Rede im Bendlerblock gesagt: „Ich war immer bereit zu kämpfen, aber ich habe die Grenzen meiner Kräfte erreicht.“ Ein für Politiker zwar ungewöhnlicher, aber immer noch unverfänglicher Satz.

Trotzdem wurde der Ausspruch innerhalb weniger Stunden für die Twitter- und Facebook-Gemeinde zum gefunden Fressen – und zu einem Beweis, dass der (Selbst-)Verteidigungsminister zu Recht zurückgetreten war. Denn, so das Gerücht: Der Satz ist ein Plagiat. Diesmal soll Guttenberg nicht bei „FAZ“, „Süddeutsche“ oder „NZZ“ abgeschrieben hab. Nein, viel schlimmer: „KT“ hatte sich doch tatsächlich bei dem Science-Fiction-Film „Star Trek II – Der Zorn des Khan“ bedient. „Er kann es nicht lassen“, war einer der hämischen Kommentare, der sich in Windeseile im deutschsprachigen Netz verbreitete.

Selbst die „tageszeitung“ zwitscherte via Twitter: „Guttenberg kopiert ,Star Trek II – Der Zorn des Khan’“. Und bei der Hamburger „Morgenpost“ schaffte es das gefälschte Plagiat in die Kolumne mit dem treffsicheren Titel „Moin, Moin“. Dumm nur, dass Blogger das Ganze wenig später als Falschmeldung enttarnten, deren Urheber ausgerechnet ein Twitterer mit dem Namen „KaTzuGuttenberg“ war. Zahlreiche Nutzer bei Twitter und Facebook schien das jedoch nur bedingt zu stören. Auch am Donnerstag verbreiteten sie das Gerücht munter weiter. Einfach abschreiben, ohne auf die Quellen zu achten? Macht nichts – kann in diesen Tagen ja mal passieren!

Frerk Schenker