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Medien & TV Inga Lürsen – zum 20. Tatort-Fall gibts einen Liebhaber
Nachrichten Medien & TV Inga Lürsen – zum 20. Tatort-Fall gibts einen Liebhaber
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13:01 11.06.2009
Überzeugt als TV-Kommissarin: Sabine Postel.
Überzeugt als TV-Kommissarin: Sabine Postel. Quelle: ddp
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Im niedersächsischen Neustadt 1954 geboren besuchte Postel zunächst die Schauspielschule Bochum und war später an den Theaterbühnen in Oldenburg, Essen und Köln engagiert. Dem breiten Publikum wurde sie durch Filme und Serien wie „Der Antrag“, „Schlafende Hunde“, „Nicht von schlechten Eltern“ und „Die Nesthocker“ bekannt. Seit 2008 ist sie an der Seite von Dieter Pfaff in „Der Dicke“ zu sehen. Über ihre „Tatort“-Rolle, Rotwein und Liebhaber sprach ddp-Korrespondentin Jana Werner mit Postel.

ddp: Frau Postel, Sie spielen seit zwölf Jahren die Bremer „Tatort“-Ermittlerin Inga Lürsen. Erinnern Sie sich noch daran, wie Sie einst an diese Aufgabe herangegangen sind?

Postel: Ich hatte damals überhaupt keine Vorstellungen, wie lange ich diese Rolle spielen möchte. Ich habe mir stattdessen Gedanken darüber gemacht, ob ich diese Figur so hinkriege, dass sie glaubhaft ist. Der Beruf der Kommissarin war mir fremd. Ich stamme aus einer Generation, die noch ein bestimmtes Bild von der Polizei im Kopf hatte. Gewisse Klischees musste ich erst abbauen, was aber sehr schnell ging.

Ich war damals die zweite „Tatort“-Kommissarin nach Ulrike Folkerts. Wir wollten mit Inga Lürsen eine reale Figur schaffen, mit Ecken und Kanten, aber ohne Allüren. Diese Frau sollte man sich als echte Kommissarin vorstellen können, denn reale Kollegen haben eine große Normalität und sind auch keine Supermen oder Superwomen. ddp: Wofür steht der Bremer „Tatort“ in der beinah unüberschaubaren deutschen Krimilandschaft?

Postel: Wir wirken manchmal ein bisschen unspektakulär, weil die Ermittler Lürsen und Stedefreund sehr bodenständig sind. Dafür sind die Fälle oft äußerst brisant. Da hat sich Radio Bremen schon an mutige und gut recherchierte Stoffe gewagt, wenn ich da an die Handy-Strahlungs-Geschichte denke oder an die Themen Satanismus und Ehrenmord. Und dadurch hat sich der Bremer „Tatort“ eine große Akzeptanz und eine wichtige Position erkämpft. ddp: Welche Rolle spielt dabei das beschauliche Bremen?

Postel: Bremen ist ein links-liberales Städtchen, das nach außen oftmals gemütlich wirkt. Aber die Menschen dort sind sehr engagiert und für mich kleine Kämpfernaturen. Das passt zum Konzept des Bremer „Tatorts“. Ich bin sehr stolz, dass wir uns in diese Richtung entwickelt haben. Wir machen kein Sofa-Kino, sondern Filme mit Substanz. ddp: Wie lange wollen Sie Inga Lürsen noch spielen?

Postel: Ich hoffe noch lange! Im Moment herrscht eine ziemliche Fluktuation auf dem „Tatort“-Markt. Es gibt keine Garantien. Aber so etwas hängt auch immer von der Beliebtheit beim Publikum ab. Darüber können wir uns wirklich nicht beschweren. Und so lange Qualität und Quote stimmen, gibt es gar keinen Grund aufzuhören. ddp: Und was wünschen Sie sich für Inga?

Postel: Inga Lürsen kriegt demnächst einen Liebhaber. Den habe ich mir gewünscht, weil sich die Frau schließlich nicht ständig nur am Rotwein festhalten kann. Sie soll nicht frustriert vertrocknen. Den bekommt sie nun im 21. Fall, den wir im Juni drehen. Sie wird allerdings nicht mit einem Verdächtigen flirten, der ins Visier gerät. Es wird jemand von außen sein. Ein sinnlicher Ausflug wird Inga Lürsen sicher gut tun. ddp

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