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Medien & TV Hirschhausen feiert dominantes Talkshow-Debüt in Hannover
Nachrichten Medien & TV Hirschhausen feiert dominantes Talkshow-Debüt in Hannover
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13:23 26.09.2009
Gastgeber beim NDR: Hirschhausen und Tietjen
Gastgeber beim NDR: Hirschhausen und Tietjen Quelle: Steiner
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Mit dem Arzt, Kabarettisten und Bestseller-Autoren („Die Leber wächst mit ihren Aufgaben“) wird die 49-Jährige künftig einmal im Monat im Hannoveraner Messestudio in „Tietjen und Hirschhausen“ Gästen auf den Zahn fühlen. Und der schlagfertige Kollege zeigte gleich zu Beginn, weshalb ihn der NDR verpflichtet hat: „Zwei Kollegen hast Du nun schon überlebt. Wie lange gibst Du mir?“, fragte er mit frechem Grinsen die Tietjen, die prompt konterte: „Warten wir mal ab bis Mitternacht.“

So stieg der 42-Jährige auch sofort in die Runde ein. Dabei störte es ihn wenig, dass sich eigentlich seine TV-Partnerin um Mirja und Sky du Mont kümmern wollte. Hirschhausen redete munter mit und gemeinsam entlockten die Moderatoren dem Hamburger Glamourpaar mit FDP-Sympathie lediglich intime Details, die es ohnehin derzeit in seinem Buch „Unsere tägliche Krise gib uns heute“ durchs Land trägt:
Wie war die erste Begegnung, der Heiratsantrag, das Vorspiel?

Ohne Scheu plauderten die du Monts aus ihrem alltäglichen Wahnsinn als Mann und Frau, über Missverständnisse, Kommunikationsprobleme und den Altersunterschied. Das ermutigte Hirschhausen zu der amüsanten Anmerkung: „Je länger Sie reden, ums so mehr wächst die Ehrfurcht, wie Sie es neun Jahre lang miteinander aushalten konnten.“

In ähnlicher Manier näherte sich Hirschhausen den weiteren Gästen an: dem Wissenschaftsjournalisten Christoph Drösser, dem Opernsänger Gunter Emmerlich, der Köchin Sarah Wiener, dem NDR-Urgestein Carlo von Tiedemann, dem Liedermacher Konstantin Wecker und dem Kabarettisten Florian Schroeder. Dabei wurde eines deutlich:
Hirschhausen ist gebildet, unterhaltsam, gründlich vorbereitet. Auch brachte der ausgebildete Neurologe eine neue Sichtweise ein und versuchte, mit zwanglosen Mitmachspielen die gesamte Runde und das Studiopublikum einzubeziehen.

Zu vollmundig kündigte der 42-Jährige am Anfang der Sendung aber an, nicht als Arzt kommen zu wollen, nicht als Kabarettist, sondern als Moderator. Zu selten löste er sich auf seiner zweistündigen Jungfernfahrt durch das Talkshow-Gewässer von seinen Solo-Programmen der vergangenen Jahre. Während es seinen NDR-Kollegen Tietjen, Barbara Schöneberger und Hubertus Meyer-Burckhardt („NDR Talk Show“) sowie Charlotte Roche und Giovanni di Lorenzo (“3 nach 9“) mühelos gelingt, sich zu Gunsten der Gäste zurückzunehmen, fiel dem Kabarettisten am Freitagabend sichtlich schwer.

Statt die Scheinwerfer von sich auf andere zu richten, mischte sich Hirschhausen ungeduldig und pausenlos ein, verpackte nahezu jede Frage in eine wissenschaftliche Studie oder Theorie. Dabei hätte etwa Drösser sicherlich selbst einiges Spannende über seine Untersuchungen zur vorhandenen Musikalität eines jeden zu berichten gehabt. Doch das Gespräch kratzte ebenso an der Oberfläche wie Wieners vergebliche Versuche, die Vorzüge von österreichischen Mehlspeisen und Bio-Äpfeln zu erklären.

Die uneitle Tietjen hingegen, die von 1997 bis 2007 mit Eva Herman und von 2007 bis 2009 mit Yared Dibaba im NDR talkte, spielte in den wenigen Hirschhausen-freien Minuten ihre Routine aus. Auch wenn die Chemie zwischen der Fröhlichen und dem Ehrgeizigen zu stimmen scheint, konnte sie sich 15 Minuten vor Schluss einen Seitenhieb auf den Novizen nicht verkneifen. Als Hirschhausen sich in ein Gag-Duell mit Imitator Schroeder begab, ranzte sie: „Lassen Sie den Herrn Schroeder mal zu Wort kommen, Herr von Hirschhausen!“ Wenig später legte Tietjen noch einmal an: „Nun lassen Sie den jungen Mann doch mal ausreden!“

Das hinderte die 49-Jährige jedoch nicht daran, positiv zu resümieren: „Gratulation zu einer grandiosen Premiere!“ Doch Hirschhausen wird sich noch deutlicher entscheiden müssen, ob er künftig Gastgeber oder lieber Gast sein möchte. Am 23. Oktober (22.00 Uhr) erhält er dazu die nächste Gelegenheit. ddp