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21:24 23.07.2009
Quelle: Marcus Schwarze
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Wie schreibt man ein Wort richtig? Früher hatte der Duden die Hoheit über die Schreibweise - heute machen es sich viele einfach und googeln schlicht, wie oft beispielsweise das Wort "aufwändig" und die Schreibweise "aufwendig" im Web verwendet werden, und richten ihre eigene Schreibweise danach. Das Ergebnis kann jedoch verwirren: Vorausgesetzt, man sucht bei www.google.de mit einem vorangestellten Pluszeichen ("+aufwändig" und "+aufwendig"), ergibt sich folgendes Ergebnis: "aufwändig" wird von Google 1,24 Millionen Mal aufgefunden, "aufwendig" dagegen 1,78 Millionen Mal. Eine eindeutige Klärung geht anders.

Beispielsweise über canoo.net. Beide Schreibweisen sind dieser Quelle zufolge gleichwertig, jene mit "ä" wurde mit der Rechtschreibreform eingeführt. Der Duden empfiehlt "aufwendig".

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Überhaupt bietet das Netz eine Vielzahl an Hilfestellungen für die richtige Verwendung der deutschen Sprache. Unter canoo.net finden sich durchsuchbare Hilfen zur Rechtschreibung, Wort- und Satzgrammatik, zu Fachbegriffen, der Flexion (= Beugung) und zur Wortbildung. Wie ist die Gegenwartsform von "verschollen"? Canoonet findet es heraus: Das Wort ist kein Verb, sondern ein Adjektiv, das heißt es gibt zu "verschollen" keine Gegenwartsform. Was sind Synonyme für das Wort "Straße"? Die Sammlung nennt zahlreiche geeignete änliche Wörter und auch Unterbegriffe wie "Boulevard", "Chaussee" und "Zufahrt". Eingebaut sind zudem weiterführende Links zu anderen Diensten.

Das "Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache des 20. Jahrhunderts" (DWDS, www.dwds.de) geht weit über Fragen der Rechtschreibung hinaus und zeigt zusätzlich zu gesuchten Wörtern Synonyme, über- und untergeordnete Begriffe, eine ausführliche Erklärung sowie Textbeispiele aus Zeitungen. Das macht es leichter, beispielsweise Fremdwörter zu verstehen und richtig einzusetzen. Dahinter steht die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, die bereits seit dem Jahr 2000 an diesem digitalen Wörterbuch arbeitet. Als Grundlage dienen den Sprachexperten sogenannte Korpora: Textsammlungen beispielsweise von der "Berliner Zeitung", dem "Tagesspiegel" und der "Zeit", von Interviews mit Berlinern nach dem 9. November ("Berliner Wendekorpus") und mit Beiträgen aus der DDR sowie von einem Kernkorpus, der 100 Millionen Textwörter umfasst. Die Akademie hat Großes vor: Wenn in drei Jahren das "Deutsche Wörterbuch" der Brüder Grimm, ein Werk in 33 Bänden, nach mehr als 170 Jahren nicht mehr fortgeführt werden soll, beginnt mit diesem "Digitalen Wörterbuch" der moderne Nachfolger. Von 2012 an soll hier die eigentliche lexikografische Phase beginnen.

Eine Reihe weiterer Quellen empfiehlt sich für die Lesezeichensammlung:

Wikipedia: www.wikipedia.de, eine freie Enzyklopädie, die von vielen Freiwilligen in aller Welt gepflegt wird (und deswegen nicht immer 100-prozentig zuverlässig ist)

Eyeplorer: www.eyeplorer.com, eine visuelle Wissensmaschine, die Begriffe optisch zuordnet

elexiko: www.owid.de, ein Online-Wörterbuch zur deutschen Gegenwartssprache vom Institut für deutsche Sprache

OpenThesaurus: www.openthesaurus.de, ein Dienst zum Aufspüren von ähnlichen Wörtern und Redensarten

www.redensarten-index.de

das Wortschatzlexikon der Universität Leipzig: http://wortschatz.uni-leipzig.de.

TheFreeDictionary.com: inklusive einem Vorleseservice zur richtigen Aussprache

www.duden.de: erlaubt zwar eine kostenlose Abfrage, doch ist die ausführliche Antwort kostenpflichtig

die "Sprachberatung" der Stiftung Deutsche Sprache: der man, wenn gar nichts mehr hilft, per Mail eine Frage stellen kann (stiftungds.de). Von dort erhielten wir etwa kürzlich die Auskunft, wie man "twittern" richtig übersetzt: gar nicht.

Übersetzen

Google hat einen einzigartigen Service eingerichtet, der beliebige fremdsprachliche Seiten in die gewünschte Sprache übersetzt: Unter http://translate.google.com kann man selbst eingegebene Texte ebenso wie Webadressen aus beispielsweise dem Englischen, Estnischen, Griechischen oder Französischen ins Deutsche übertragen lassen. An die 40 Sprachen stehen zur Verfügung. Von der maschinellen Übersetzung darf man keine geschliffenen Texte erwarten, jedoch genügt das Werkzeug, um zumindest einen Eindruck vom Textgehalt zu bekommen. Im Redaktionsalltag hat die Übersetzungsseite schon häufiger geholfen, als es etwa darum ging, die Berichterstattung in schwedischen Medien zu einem Gerichtsprozess zu verfolgen, an dem eine Hannoveranerin beteiligt war.

Eine weitere gute Hilfe fürs Übersetzen einzelner Wörter oder auch exotischer Ausdrücke bietet die Seite http://dict.leo.org: Dort stehen Wörterbücher für Deutsch-Englisch, Deutsch-Französisch, Deutsch-Spanisch, Deutsch-Italienisch und Deutsch-Chinesisch zur Verfügung. Eine Alternative ist das Pons-Online-Wörterbuch zur Übersetzung von Wörtern in sieben Sprachen (www.pons.eu).