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Medien & TV Frauen-Fußball: ZDF eckt mit Werbespot an
Nachrichten Medien & TV Frauen-Fußball: ZDF eckt mit Werbespot an
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12:34 12.07.2013
Sorgt für Empörung: Werbespot des ZDF für die Frauen-EM.
Sorgt für Empörung: Werbespot des ZDF für die Frauen-EM.
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Mainz

In dem etwa 20 Sekunden langen Film steigt eine junge Frau im Dress der Nationalelf in einen Waschkeller hinab, dribbelt einen verschmutzten Ball und schießt ihn dann in die Trommel einer Waschmaschine. In der Trommel wird der Ball gewaschen, während die Spielerin oben drauf sitzt. Dann sagt eine Frauenstimme aus dem Off den Satz "Ball sauber in Schweden" und wirbt für die ZDF-Übertragung des Spiels Deutschland-Niederlande am Donnerstag aus Vaxjö (Schweden).

Der Werbefilm löste bei Twitter und Facebook Kritik und Spott aus. Der Mainzer Sender stellte sich am Freitag offensiv den Vorwürfen. Die Onlinenutzer redeten "nicht wirklich positiv" über diesen Spot, sagte der Social-Media-Verantwortliche beim ZDF, Michael Umland, im "Morgenmagazin". Das negative Feedback überwiege. Stellvertretend zitierte Umland zunächst einen Twitter-Kommentar: "Liebes ZDF, eure sexistischen Rollenklischees könnt ihr euch sonst wohin stecken!".

Ein Facebook-Posting, die der Social-Media-Experte dann als weiteres Beispiel herausgriff: "Fußball hat absolut nichts mit Wäsche waschen zu tun und wenn es um Männerfußball ginge, würde niemand auf so einen Schmunzelspot kommen." Ihm sei so eine Kritikwelle an einem ZDF-Werbefilm neu. "Die User haben sonst positiv auf unsere Spots reagiert und haben die eigentlich immer sehr, sehr lustig gefunden. Das ist das erste Mal, dass wir mit einem Spot wirklich anecken."

ZDF-Chefredakteur Peter Frey warb für Gelassenheit: "Ich finde, wir sollten es mit der political correctness nicht übertreiben. Ein Spot soll ja auffallen, der soll Interesse erwecken. Das ist in der Angelegenheit wirklich gelungen. Da guckt man hin; und damit ist die Sache für mich wirklich auch erledigt." dpa