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Medien & TV Frankfurter Ermittler wandelt auf Solopfaden
Nachrichten Medien & TV Frankfurter Ermittler wandelt auf Solopfaden
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17:01 12.02.2009
Joerg Schuettauf (links) als Kommissar Fritz Dellwo und Peter Kurth als Dorfpolizist Jochen Kaleck im Tatort „Neuland“ von Manuel Flurin Hendry.
Joerg Schuettauf (links) als Kommissar Fritz Dellwo und Peter Kurth als Dorfpolizist Jochen Kaleck im Tatort „Neuland“ von Manuel Flurin Hendry. Quelle: ddp
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Dort lebt seine alte Liebe Katrin Reuter (Nina Kunzendorf) mit ihrer Familie, und Dellwo erlebt nicht nur private Turbulenzen, sondern wird auch in einen Vermissten- und einen Mordfall hineingezogen. Die Idee, den Großstadt-Cop in die Provinz zu schicken, ist gelungen. „Neuland“ wartet mit interessanten Figuren auf und ist fast mehr Heimatfilm als Krimi, entwickelt allerdings auch ein recht gemütliches Tempo. Das garantiert nicht unbedingt 90 Minuten Spannung.

Der Auftakt der „Tatort“-Folge von Regisseur Manuel Flurin Hendry („Tatort: Satisfaktion“) ist zunächst einmal ziemlich furios. Ein Mann rennt im Dunkeln voller Angst über ein Feld, auf der Straße will er ein Auto anhalten. Doch der Fahrer gibt Gas und fährt den Flüchtenden über den Haufen. Schwer verletzt liegt der Mann auf der Straße, der Wagen kehrt zurück und überfahrt ihn noch einmal. Das Buch verfasste Bernd Lange, der auch Autor bei den Berlinale-Beiträgen „Requiem“ und „Sturm“ von Regisseur Hans-Christian Schmid war.

Unterdessen hat Kommissar Dellwo die Schnauze von allem voll. Er lässt sich von einem Hooligan provozieren und wird handgreiflich. Eine interne Ermittlung steht an, und sein Chef sagt: „Mach mal ein paar Tage Urlaub.“ Dellwo ist alles egal: Er steigt ins Auto und fährt zu Katrin, deren Sohn sein Patenkind ist. Bei dem hat er sich seit Jahren nicht blicken lassen, nun steht er mit einem Geburtstagsgeschenk vor der Tür.

Mit Katrin erlebt man Dellwo ungewohnt feinfühlig. „Wenn ich zurückdenke, die letzten zehn Jahre, ich arbeite immer nur rückwärts“, gesteht er ihr in einer vertrauten Minute. „Kann man nicht einfach mal die Notbremse ziehen, sagen, ich will was anderes?!“ Vor allem Katrins Mann Jens (Martin Feifel) ist wenig begeistert über das Auftauchen des Ex-Freundes. Das Ehepaar steckt in einer Krise, auf dem Hof der Familie läuft es außerdem schlecht, alles gehört der Bank.

Richtig idyllisch ist es auf dem Land also nicht. Zudem wird der Grundstücksspekulant Gruber vermisst, der mehrfach versucht hat, Höfe von Bauern im Ort aufzukaufen. Dellwo mischt sich ein und handelt sich Ärger ein, unter anderem von dem Sohn des Dorfpatriarchen, Gerti Plauer (Devid Striesow). Dorfpolizist Jochen Kaleck (Peter Kurth), der unter der Fuchtel von Plauer Senior (Matthias Habich) steht, ist in dem Fall nicht sehr engagiert. Jens verhält sich unterdessen ziemlich verdächtig - wenig später wird er ermordet aufgefunden.

Kommissarskollegin Sänger (Andrea Sawatzki) ist derweil auf einer Weiterbildung. Erwähnt wird sie in der 15. Frankfurter „Tatort“-Folge nicht. In ihrem Solofall Mitte Dezember spielte Kollege Dellwo, der bei einem Beamtenaustausch in München weilte, auch aus der Ferne eine zumindest kleine Rolle: Mehrfach versuchte die einsame Polizistin, ihn vergeblich anzurufen.

Die Soloermittlungen der beiden Kommissare sind nun vorbei. Bereits Ende Dezember hatte der Hessische Rundfunk mit „Der tote Chinese“ im Ersten wieder einen gemeinsamen Fall der beiden Frankfurter Polizisten präsentiert. Nach „Neuland“ geht es erst am 6. September mit dem Duo weiter: Dann strahlt die ARD die Folge „Architektur eines Mordes“ von Regisseur Titus Selge aus.  ddp

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