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Medien & TV Facebook und Google vor Bieten um Verkehrs-App
Nachrichten Medien & TV Facebook und Google vor Bieten um Verkehrs-App
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11:59 24.05.2013
Radfahrerin in Köln: Der Kartendienst Google erweitert sein Angebot und bietet nun auch Routenvorschläge für Radfahrer an. Quelle: Marius Becker
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New York

g. Waze habe Angebote von mehreren Seiten eingeholt und wolle mehr als eine Milliarde Dollar im Fall eines Verkaufs. Zugleich könne das Start-up sich stattdessen aber auch neues Geld bei Investoren besorgen und unabhängig bleiben, hieß es unter Berufung auf informierte Personen.

 Waze gibt Routen-Anweisungen auf Basis von Nutzer-Informationen und funktioniert zugleich wie eine Art Online-Netzwerk für Autofahrer. Sie informieren sich untereinander über Staus, Unfälle oder Radarfallen. Das Start-Up, das in Israel gegründet wurde und inzwischen nach Kalifornien umgezogen ist, hat nach bisherigen Informationen 40 bis 50 Millionen Nutzer.

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 Vor rund zwei Wochen waren erste Berichte aufgetaucht, Facebook wolle Waze für bis zu eine Milliarde Dollar kaufen. Seitdem hätten auch andere Unternehmen ihr Interesse bekundet, hieß es jetzt. Apple, das früher als möglicher Käufer gehandelt worden war, sei allerdings nicht darunter, schrieb Bloomberg. Waze ist eine der Apps, die Apple-Chef Tim Cook vergangenes Jahr als Alternative für den mit Problemen gestarteten ersten eigenen Kartendienst des iPhone-Konzerns empfohlen hatte.

 Facebook würde mit dem Kauf von Waze auch den Kampf mit Google um Nutzerdaten weiter verschärfen: Die Kartendienste sind ein zentrales Standbein des Suchmaschinen-Riesen. Vergangene Woche verbesserte Google seine Karten mit neuen Funktionen und bindet sie auch konsequent in seine anderen Dienste ein. Es ist fraglich ob Google Waze im Falle eines Kaufs separat weiterbetreiben oder die Plattform in sein eigenes Angebot integrieren würden. Unmittelbar vor einem Deal stehe derzeit keiner der Interessenten, schrieb Bloomberg.

 Waze finanziert sich hauptsächlich über ortsbezogene Werbung. Facebook könnte darauf aufbauen, seine Mitglieder mit Waze auch im Auto erreichen und die Nutzer-Basis erweitern. Das weltgrößte Online-Netzwerk richtet sein Geschäft derzeit konsequent auf Smartphones und Tablets aus, weil immer mehr der über 1,1 Milliarden Mitglieder den Dienst von den mobilen Geräten aus nutzen.

dpa