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Nachrichten Medien & TV Facebook startet Gratis-Zugang zu Online-Diensten in Sambia
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15:03 31.07.2014
Facebook will Milliarden neuer Nutzer in Entwicklungsländern online bringen.
Facebook will Milliarden neuer Nutzer in Entwicklungsländern online bringen. Quelle: Marc Tirl
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Menlo Park

Darunter sind Facebook selbst, sein Kurznachrichten-Dienst Messenger, das Online-Lexikon Wikipedia sowie die Google-Suche. Die Anwendung gibt es zunächst nur für Kunden des Mobilfunk-Betreibers Airtel, die ein Android-Smartphone haben. Das Angebot solle mit der Zeit ausgeweitet werden, kündigte Facebook an. Es ist Teil der Facebook-Initiative Internet.org.

Facebook und Google haben als Ziel ausgegeben, Milliarden neuer Nutzer in Entwicklungsländern online zu bringen. Dabei geht es für sie auch darum, neue Kunden zu gewinnen. In der Dritten Welt sind Datendienste für viele Menschen zu teuer. Facebook setzt deswegen auf den kostenlosen Zugang zu populären Diensten. Unter den Angeboten in Sambia sind ein Wetterservice, eine Bibliothek mit Gesetzestexten, eine Jobbörse sowie Websites für Frauenrechte und Gesundheitsinformationen.

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat das Internet.org-Projekt zu einer seiner Prioritäten erklärt. Das Online-Netzwerk will zum einen wie in Sambia einen günstigen Netz-Zugang über bestehende Telekom-Netze gewähren. Zugleich will Facebook in schwer zugänglichen Gebieten selbst Internet-Anschlüsse über Antennen auf Drohnen anbieten. Die Märkte in den entwickelten Ländern hat Facebook bereits weitgehend abgegrast.

Kritiker bemängeln, dass mit dem Gratis-Zugang zu einer Auswahl von Diensten einige wenige Anbieter einen Vorteil bekommen. Außerdem zeichneten sich zwischen den Telekom-Anbietern und Facebook Differenzen darüber ab, wer die Kosten übernehmen soll.

Facebook machte deutlich, dass es nicht die komplette Rechnung übernehmen will. "Wir machen eine erhebliche Investition schon dadurch, dass wir in diese Regionen mit schwachen Online-Werbemärkten gehen", sagte Internet.org-Manager Chris Weasler auf dem Mobile World Congress in Barcelona im Februar. "Kurzfristig wird Facebook damit keine Gewinne machen."

Manager aus der Telekom-Industrie warnen allerdings, dass eine belastbarere Infrastruktur nötig werde, wenn Nutzer erst einmal anfangen, in großem Stil beispielsweise Videos von ihren Smartphones zu verschicken. Die Aussichten, den dafür nötigen Ausbau profitabel zu machen, seien gering.

dpa