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Medien & TV Es gibt sie noch: Schallplattenwerk produziert in Diepholz
Nachrichten Medien & TV Es gibt sie noch: Schallplattenwerk produziert in Diepholz
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16:36 28.01.2009
Quelle: ddp
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Hier kann man „eine Zeitreise erleben“, ruft Frank Dietzmann, technischer Betriebsleiter bei Pallas in den Höllenlärm, bei dem Tag für Tag 10000 kleine und große Schallplatten produziert werden.

Grundzutat für jede Schallplatte ist Polyvinylchorid (PVC). „Die genaue Rezeptur ist aber geheim“, sagt Dietzmann. Das PVC-Granulat wird erhitzt und als schwarze Masse auf eine Form gedrückt. Matrizen mit der A- und B-Seite pressen diese Masse dann mit 180 Grad heißem Dampf platt. Anschließend wird die schwarze Scheibe heruntergekühlt, mit einem Sauger herausgehoben und in eine Papiertasche versenkt. Alles vollautomatisch.

Mehrere aus den 60er Jahren stammende Maschinen im Presswerk habe er noch von seinem Vater geerbt, der das Unternehmen 1949 gründete, sagt Pallas-Geschäftsführer Holger Neumann. Ersatzteile dafür seien auf dem Markt nicht mehr erhältlich. Wenn eines benötigt werde, fertige das die firmeneigene Schlosserei an. Die Nachwuchskräfte für das Unternehmen würden firmenintern ausgebildet.
Zur Kundschaft seines Unternehmens gehörten zu 80 Prozent unabhängige Plattenfirmen, erläutert der Firmenchef. Aber auch große Labels wie Sony, EMI oder BMG bestellen in Diepholz. 60 Prozent der Produktion gehen in die Techno- und HipHop-Szene. Die restlichen 40 Prozent sind qualitativ hochwertige Schallplatten aus den Bereichen Rock, Pop, Jazz und Klassik. Erst vor kurzem sei bei Pallas der komplette Katalog der Rolling Stones gepresst worden.

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