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Medien & TV Einslike: So will die ARD die Jugend fangen
Nachrichten Medien & TV Einslike: So will die ARD die Jugend fangen
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19:34 29.05.2013
Von Nora Lysk
EIN FALL FÜR „EINSLIKE“: Jan Böhmermann und sein Talkformat Lateline.
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Berlin

„Wir reißen uns ja die Beine aus, um selbst während der laufenden Sendung noch die aktuellsten Bilder reinzukriegen. Aber die jungen Leute schauen sich die Sendung erst spätabends oder am nächsten Morgen in der Mediathek an und finden sie aktuell genug. Da raufe ich mir die Haare“, sagte Kleber.

Die Digitalstrategie von ARD und ZDF sieht jedoch genau das vor: Wenn die Jugend nicht mehr über den klassischen Weg zu erreichen ist, dann holt man sie eben dort ab, wo sie sich ohnehin die meiste Zeit aufhält - im Internet.

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Einer der Schritte auf diesem Weg nennt sich „Einslike“. Das neue Angebot in der ARD-Mediathek bündelt alle jugendrelevanten Themen und ist auch als Antwort der ARD auf die Absage des ZDF für einen gemeinsamen Jugendkanal zu verstehen. Ein Filter, der langes Suchen ersparen soll. Aus allen Zulieferungen, die aus den Landesrundfunkanstalten in der Mediathek landen, sucht „Einslike“ jene Angebote, die für Nutzer zwischen 14 und 30 Jahren interessant sein könnten. Das ist zunächst ziemlich viel aus dem Programm von N-Joy. Das Elbjazzfestival mit Jamie Cullum zum Beispiel. Aus dem Programm der ARD gibt es Folge 4289 aus der „Verbotenen Liebe“, EinsPlus stellt die Musik-Trendshow „Beatzz“ ein, auch die Vorstellung des neuen Trainers von Werder Bremen, Robin Dutt, aus der Tagesschau findet einen Platz. Jan Böhmermanns fernsehgewordene Radioshow „Lateline“ findet sich ebenso wie ein N-Joy-Video, das Seeds Hit „Augenbling“ in Gebärdensprache übersetzt.

Das wirkt zunächst ziemlich wahllos, ist aber offenbar dem Fakt geschuldet, dass hinter „Einslike“ keine redaktionelle Leistung steht, sondern ein Programm. Gleichzeitig mit dem Start von Einslike Anfang dieser Woche wurde die ARD-Mediathek für Smartphones und Tablets optimiert. In rund vier Wochen soll sie als App im Apple Store und im Google Play Store zu finden sein.

Jan Metzger, Intendant von Radio Bremen, betonte bei der Vorstellung des Jugendfilters, die ARD rede nicht nur über die Ansprache junger Zielgruppen, sie tue auch was. Dafür ist der gemeinsame Jugendkanal von ARD und ZDF in weite Ferne gerückt. ZDF-Intendant Thomas Bellut hatte erst in der vergangenen Woche den Vorschlag der ARD abgelehnt, zu diesem Zweck die Digitalkanäle beider Sender zusammenzulegen.