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19:49 09.12.2009
Google ermöglicht mit neuer Funktion Bilder­recherchen bis hin zur ­Gesichtserkennung.
Google ermöglicht mit neuer Funktion Bilder­recherchen bis hin zur ­Gesichtserkennung. Quelle: ddp (Archiv)
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Die auf den ersten Blick faszinierende neue Funktion könnte künftig gravierende Folgen für den Datenschutz haben. Erstmals wird es über die Bildersuche von Google möglich, Aufnahmen und Darstellungen aufzustöbern, die abgebildete Personen mit Namen nennen, ohne dass die Fotografen oder die Betroffenen davon Kenntnis haben.

Bereits seit einigen Jahren bietet Google auf seiner Webseite die Suche nach Bildern an. Dafür musste man bisher den Namen einer abgebildeten Person oder ein Stichwort eintragen. Die Suchmaschine zeigt dann Bilder von Webseiten, auf denen mit hoher Wahrscheinlichkeit der Name oder das Stichwort das Bild zutreffend beschreiben – weil im Dateinamen oder der Beschreibung des entsprechenden Bildes das Suchwort vorkommt.

Künftig kann die Google-Suche einen kleinen, aber gravierenden Schritt mehr. Die Google-Roboter untersuchen die gefundenen Bilder auf Farbgebung, Struktur und Konturen. Sie hinterlegen die gewonnenen abstrakten Beschreibungen in ihrer Datenbank. Hat man nun ein eigenes Foto einer Person, kann man es künftig bei Google als Suchanfrage einspeisen – und bekommt aus dem weltweiten Index von Google „ähnliche“ Bilder samt Beschreibung angezeigt.

Marissa Meyer, Vizepräsidentin von Google, demonstrierte die neue Funktion Anfang dieser Woche bei einer Webkonferenz in Paris. Ihr Schwerpunkt lag allerdings nicht auf der Suche nach Personen und dem Wiederfinden von Gesichtern, sondern auf Sehenswürdigkeiten, Visitenkarten und Buchcovern. Als Hochladegerät taugt derzeit noch nicht die Webseite von Google, sondern nur ein mit dem Google-Betriebssystem Android ausgestattetes Handy. Damit nimmt man beispielsweise ein Foto einer Brücke in San Francisco auf und startet anschließend darauf basierend eine Google-Suche. Die Webseite erkennt anhand der Farben und Strukturen auf dem Bild, dass es sich um die Golden Gate Bridge handelt und leitet in diesem Fall zu einem Wikipedia-Eintrag über die Brücke um. Ähnliches klappt mit Außenaufnahmen von Restaurants, Logos von Marken wie etwa dem besonderen Schrifzug von Coca-Cola, mit Etiketten von Weinflaschen und auch mit einer Aufnahme der berühmten Mona Lisa von Leonardo da Vinci.

Im mobilen Internet ergeben sich so beeindruckende neue Erkenntnisse: In einer fremden Stadt kann man beispielsweise ein Foto einer Sehenswürdigkeit aufnehmen und so auf die Schnelle weiterführende Informationen finden. Zum Handyfoto eines Restaurants findet man die Restaurantkritik aus der örtlichen Zeitung. Und beim Stöbern im Buchladen genügt künftig ein Handyfoto, um Buchkritiken anderer Leser zu finden.

Doch ergibt sich aus der neuen Google-Suche ein neues Problem. Fortan wird es leichter, eine Person in anderen Aufnahmensituationen wiederzufinden. Und es reicht, dass eine Maschine vermerkt hat, dass es sich um eine „ähnliche“ Person handelt.

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