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Medien & TV Der ewige Lausbub: Hansi Kraus wird 60.
Nachrichten Medien & TV Der ewige Lausbub: Hansi Kraus wird 60.
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11:05 26.06.2012
KANN AUCH ZUPACKEN:  Schauspieler Hansi Kraus. Heute feiert er seinen 60. Geburtstag
KANN AUCH ZUPACKEN: Schauspieler Hansi Kraus. Heute feiert er seinen 60. Geburtstag Quelle: Ursula Düren
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München

Die Hauptrolle in der Verfilmung von Ludwig Thomas „Lausbubengeschichten“ machte Hansi Kraus als Zwölfjährigen in den 60er Jahren populär. Zwar folgten nach der Schulzeit Ausbildungen zum Fotografen und zum Erzieher, doch sein Geld verdient Hansi Kraus noch immer mit der Schauspielerei.

„Bereut habe ich es zu keinem Zeitpunkt“, sagt er nach fast 50 Jahren Berufserfahrung. Heute wird er 60. Eigentlich heißt Hansi Kraus Hans Krause. Aber weil der am 26. Juni 1952 im oberschlesischen Gleiwitz geborene Darsteller eines bayerischen Lausbuben keinen preußisch klingenden Namen haben durfte, ließ der Filmproduzent im Familiennamen einfach das „e“ weg – und fügte dem Vornamen ein „i“ hinzu. Schon klang es bayerisch.

1958 war Krause mit den Eltern nach München gezogen. 1964 wurde per Zeitungsanzeige ein Darsteller für die Hauptrolle in den „Lausbubengeschichten“ gesucht. „Haare wie Kraut sollte er haben, massiv von Statur sein, stupsnasig, übermütig, von bayerischer Mundart und Zigarettenraucher sein“, erinnert sich Kraus noch an die Kriterien. Er meldete sich zusammen mit 140 anderen Kindern und bekam die Rolle, vor allem, weil er genauso aussah, wie Regisseur Helmut Käutner sich den Lausbuben vorstellte. Krause war nun Kraus.

Bei den Dreharbeiten stellte sich heraus, dass er tatsächlich ein Lausbub war und während der Dreharbeiten allerlei Unfug veranstaltete. Zeitweise musste der Großvater aufpassen, dass er es nicht zu toll trieb. Das Dasein als Kinderstar empfindet er rückblickend als nicht nur schön. „Jeder hat sich das Recht herausgenommen, mich anzufassen“, bekannte er einmal. Seinem Vater verdankt er die Distanz zum Filmgeschäft. Seine Mutter liebte es hingegen, „mich in der Öffentlichkeit vorzuführen, ich habe es gehasst“.

Nach den „Lausbubengeschichten“ folgten dutzende weiterer Kino- und Fernsehfilme, etwa in Serien wie „Forsthaus Falkenau“, „Herzflimmern“ oder „Um Himmels willen“. Seit 1983 spielt er auch Theater, zuletzt regelmäßig auf der Iberl-Bühne in München – und das, obwohl er nie Schauspielunterricht nahm. „Die einen rieten mir zu, die anderen ab“, erinnert sich Kraus, „da bin ich zu Jörg Hube gegangen, und der hat gesagt: ,Du machst das schon ganz richtig, du brauchst keine Schauspielschule.‘“