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Medien & TV Neue Vorwürfe gegen „Spiegel“-Reporter – Spendengelder von Lesern veruntreut?
Nachrichten Medien & TV Neue Vorwürfe gegen „Spiegel“-Reporter – Spendengelder von Lesern veruntreut?
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20:55 22.12.2018
Der „Spiegel“ steht derzeit unter genauer Beobachtung wegen seines ehemaligen Reportes Claas Relotius. Quelle: imago/Christian Ohde
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Hamburg

Der Fall Claas Relotius nimmt neue, bisher unbekannte, Ausmaße an. Wie sein ehemaliger Arbeitgeber, der „Spiegel“ am Samstagabend in seiner Online-Ausgabe berichtet, gibt es erste Hinweise darauf, dass der Reporter Geld von Lesern veruntreut hat.

Claas Relotius, hochdekorierter Journalist, war in dieser Woche wegen gefälschter Reportagen, Berichte und Interviews aufgeflogen und von seinem bisherigen Arbeitgeber bloßgestellt worden.

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Für seine Reportage über einen syrischen Flüchtlingsjungen hatte Relotius vor wenigen Tagen noch den Deutschen Reporterpreis 2018 erhalten. „Vieles darin ist wohl erdacht, erfunden, gelogen“, heißt es jetzt auf „Spiegel Online“ über den Artikel. „Zitate, Orte, Szenen, vermeintliche Menschen aus Fleisch und Blut. Fake.“ Journalistenverbände reagierten betroffen und teils erschüttert auf den Betrugsfall.

Am Samstag nun erreichte der Skandal um Claas Relotius also die nächste Stufe. Wie das Magazin berichtet, soll der 33-Jähriige Spendengelder veruntreut haben. In einem Bericht heißt es: „Er hat offenbar Leser ermuntert, Geld für Protagonisten seiner Texte zu spenden. Das Geld sei auf seinem Privatkonto gelandet.“

Dies sollen Leser des „Spiegel“ dem Magazin mitgeteilt haben. Die genaue Summe, um die es sich handelt, sei aktuell unklar.

Relotius habe „von seinem privaten E-Mailkonto Lesern Spendenaufrufe geschickt, um Waisenkindern in der Türkei zu helfen. Das Geld sollte auf sein Privatkonto überwiesen werden.“

Der „Spiegel“ will nun Strafanzeige gegen den Reporter stellen.

Von RND