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Medien & TV Christine Neubauer sucht in ZDF-Thriller vermisste Kinder
Nachrichten Medien & TV Christine Neubauer sucht in ZDF-Thriller vermisste Kinder
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13:57 02.10.2009
Christine Neubauer im ZDF-Thriller "Heiße Spur"
Christine Neubauer im ZDF-Thriller "Heiße Spur" Quelle: ddp
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In dem Zweiteiler von Regisseur Marcus O. Rosenmüller stellt die 47-Jährige eine Amerikanerin dar, die nach der Entführung ihres kleinen Sohnes eine Hilfsorganisation gründet, um vermisste Kinder an der US-Grenze zu Mexiko aufzuspüren. Auf der Suche - immer auch nach ihrem eigenen Kind - kommt Milla einem Verbrecherring von Organhändlern auf die Spur und begibt sich in Lebensgefahr.

Für Neubauer, die die Geschichte selbst entdeckt hatte, wurden die Dreharbeiten besonders emotional, als sie mit ihrem eigenen Sohn Lambert (17) vor der Kamera stand. Mit der Schauspielerin sprach Marina Antonioni.

Wie unterscheidet sich Milla Boone von den Frauenfiguren, die Sie sonst spielen?

Sie ist eine starke Frau, bei der sich die Probleme nicht so einfach lösen. Das sind wirkliche Probleme und Milla verzweifelt auch daran. Die Lösung kommt eben nicht an der nächsten Ecke herangeflogen. Diese Frau darf auch zerbrechen und kurz davor sein, den Entführer ihres Sohnes umzubringen, was sie dann aber doch nicht schafft.

Vermissen Sie solche Rollen?

Ich finde, wir haben hervorragende Schauspieler in Deutschland, aber wir haben nicht immer die Möglichkeit, das auch zu zeigen. Hier habe ich empfunden, dass ich diese Möglichkeit hatte. Wenn man immer dasselbe macht bei der Arbeit, verliert man die Spannung und die Lust - und hier war eben sehr vieles neu. Das hat auch mit meinen Partnern zu tun. Mit Matt Battaglia zu drehen und auch den vielen argentinischen und chilenischen Kollegen - das war eine Spannung, die mich positiv herausgefordert und inspiriert hat.

Was hat Sie inhaltlich an dieser Geschichte gepackt?

Ich habe die Geschichte ja entdeckt. Ich hatte den Roman „Cry No More“ von Linda Howard, der die Grundlage ist, am Flughafen auf dem Weg zu Dreharbeiten in Afrika gekauft und gelesen. Ich war begeistert. Da vermischt sich so viel. Auch die eigene Situation, einen Sohn zu haben. Und: Der Junge, der ganz am Schluss als fast Erwachsener zu Milla kommt, ist mein leiblicher Sohn. Diese Szene ist so echt - da hat sich alles vermischt. Auch wenn ich mir den Film jetzt ansehe.

Können Sie sich in Milla hineinversetzen? In einer Szene kratzt sie dem Entführer ihres Sohnes regelrecht das Auge aus.

Komplett. Man weiß ja nie genau, wie man in solchen Situationen reagieren würde. Aber ich stelle mir vor, dass ich mich mit allem, was mir zur Verfügung steht, wehren würde, wenn jemand versuchen würde, mein Baby zu entführen. Das ist ganz klar.

War es Ihr Vorschlag, dass Ihr Sohn Lambert jr. mitspielt?

Ja, das war mein Vorschlag. Während des gesamten Filmes haben die Gefühle bei mir sehr an der Oberfläche gelegen.

War es sein erster Auftritt vor der Kamera?

Als Achtjähriger hat er mal eine kleine Rolle gespielt, auch etwas Tolles, aber das war jetzt das Intensivste und auch zum ersten Mal als mein Sohn.

Reizt ihn die Schauspielerei?

Film insgesamt interessiert ihn, nicht nur die Schauspielerei. Als Schülerpraktikum war er auch schon mal im Schnitt, in der Postproduction. Das Interesse ist natürlich auch gekommen, weil er es zu Hause mitbekommt, aber es ist nicht so, dass ich gesagt habe, du musst. Das hat er selbst entdeckt, es muss immer aus einem selbst kommen. Und das freut mich. Es würde mir gefallen, wenn ihn die Leidenschaft packt. Ob nun in der Regie, vor der Kamera oder hinter der Kamera, das ist noch offen.

Wie haben Sie die Dreharbeiten in Chile erlebt?

Ein Traum. Santiago ist eine Großstadt, aber was mich wirklich berührt hat und wo ich eine starke Verbundenheit gespürt habe, war die Atacamawüste. Das ist für mich die beeindruckendste und berührendste Landschaft, die ich je erlebt habe. Diese Dreharbeiten waren natürlich sehr, sehr anstrengend und Santiago ist sehr hektisch. Aber diese Wüste hat mich wirklich beruhigt und entspannt, obwohl wir die härtesten Szenen dort gedreht haben. Die Atacamawüste ist eine weibliche Wüste. Auch die Einsamkeit dort habe ich eher empfunden als ein bei sich sein - bei sich ankommen und Ruhe finden. ddp