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Medien & TV Bischof Meister nicht mehr bei Facebook
Nachrichten Medien & TV Bischof Meister nicht mehr bei Facebook
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17:39 18.01.2012
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Hannover

"Facebook passt nicht zu einem Bischof", hätten ihm Kommunikationsberater gesagt, begründete Meister am Mittwoch in Potsdam die Entscheidung.

Der frühere "Wort-zum-Sonntag"-Sprecher äußerte sich bei einer Tagung über "Werte und Religion in der digitalen Medienwelt". Der Landesbischof betonte zugleich, Theologie und Kirche seien von modernen Medien wie dem Internet herausgefordert. "Wenn Religion eine Antwort auf die Frage ist, was im Leben wie im Sterben trägt, dann müssen Theologie und Kirche danach schauen, wo Menschen solche Erfahrungen machen", so der frühere Berliner Generalsuperintendent.

Moderne Medien vermittelten "digitale Verheißungen, die an religiöse Bilder erinnern". Meister forderte eine bessere ethische Bildung der Medienmitarbeiter. Sie müssten "die Grenzen individueller Freiheit beschreiben können, weil sie die Gefahren unbegrenzter Freiheit kennen". Die Menschen erlebten heute eine radikale Veränderung ihrer Kommunikation, gleichzeitig fehlten aber die "kulturellen Gewohnheiten" für den Umgang mit sozialen Netzwerken im Internet, erklärte der Landesbischof.

Auch der Geschäftsführer des Medienboards Berlin-Brandenburg, Elmar Giglinger, sprach sich für eine Stärkung der Medienkompetenz aus. Notwendig seien zudem ein "zeitgemäßes" Urheberrecht. Nur der Urheber selbst dürfe entscheiden, welcher Inhalt auf welchen Plattformen veröffentlicht werde. Giglinger mahnte zudem die Spitzen der Gesellschaft zu einer stärkeren Werteorientierung. In einer modernen Mediengesellschaft seien Werte stärker als früher in Gefahr, wenn ein Minister "von Halbwahrheit zu Halbwahrheit stolpert". Veranstaltet wurde die Tagung von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolff" in Potsdam. kna