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Medien & TV Berliner Polizei twittert 24 Stunden alle Einsätze
Nachrichten Medien & TV Berliner Polizei twittert 24 Stunden alle Einsätze
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21:21 06.06.2014
Twitterkanal der Berliner Polizei. Quelle: dpa
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Berlin

In einer bundesweit einmaligen Aktion berichtet die Berliner Polizei seit Freitagabend erstmals 24 Stunden lang live von ihren Einsätzen über den Kurznachrichtenkanal Twitter.

Die erste Mitteilung gegen 19.00 Uhr lautete "Streitigkeiten zwischen Badegästen. Tegel". Danach ging es im Minutentakt um Einsätze wegen eines brennenden Müllcontainers, eines alleingelassenen Kindes und Verkehrsunfällen mit Verletzten.

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In den 24 Stunden bis Samstagabend rechnet die Polizei mit rund 2500 Einsätzen und entsprechend vielen Kurznachrichten per Twitter. Die Behörde will so einen Einblick in ihre tägliche Arbeit geben sowie um Nachwuchs werben. Jeder Einsatz, der über die Zentrale läuft, sollte getwittert werden. Straßennamen und Namen von Menschen nannte die Polizei nicht.

Die Aktion hat die Twitter-Kennung 24hPolizei.

In der Einsatzleitzentrale, einem 700 Quadratmeter großen Raum, werden auf der einen Seite die eingehenden Notrufe über die Telefonnummer 110 angenommen. Gegenüber koordinieren andere Polizisten die Einsätze der Streifenwagen. Dazwischen sitzt während der 24-Stunden-Aktion das Twitter-Team.

Zwei Mitarbeiter sichten und sortieren die anstehenden Einsätze, drei tippen sie in ihre Rechner und senden sie.

Nach acht Stunden sollte ein neues Team für die nächste Schicht übernehmen.

Die meisten Einsätze in den ersten Stunden waren eher leichte Fälle oder Banalitäten wie Ruhestörungen, Streitereien oder Brände. Schüler schossen auf brütende Vögel, ein illegales Motorradrennen und ein vermisster demenzkranker Mann lösten ebenfalls einen Notruf aus. Gegen 20.15 Uhr wurde aber die Kriminalpolizei alarmiert. "Kripo fährt zu toter Person in einer Wohnung. Lichtenberg", hieß es da per Twitter.

Eine halbe Stunde später sei die Kriminalpolizei eingetroffen, teilte ein Sprecher mit. Genauere Informationen gab es zunächst nicht.

Die Behörde will so einen Einblick in ihre tägliche Arbeit geben, um Anerkennung und Ansehen werben sowie Nachwuchs für den Polizeiberuf interessieren. Ihre beiden Twitterkanäle - einen für das tägliche Geschehen und einen für bestimmte Großeinsätze, über den jetzt auch die neue Aktion lief - richtete die Berliner Polizei im März ein.

Knapp 7000 sogenannte Follower beziehen die Dienste. Die Zahl wuchs beim Einsatzkanal schon am Freitagabend schnell auf mehr als 8300. Bis zum Freitag wurden insgesamt in beiden Kanälen 390 Tweets herausgegeben. Nun sollten in 24 Stunden mehr als 2500 Kurznachrichten dazukommen. In den ersten beiden Stunden der Aktion waren es 50 Tweets, wenn man die Werbung um den Nachwuchs nicht mitzählt. dpa