Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Medien & TV Babykauf im Internet
Nachrichten Medien & TV Babykauf im Internet
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:43 25.11.2008
Anzeige

Das niederländische Paar, das den kleinen Jayden nach Angaben der Staatsanwaltschaft im belgischen Gent von seinen leiblichen Eltern kaufte, versicherte gegenüber einem TV-Journalisten, es habe den Jungen adoptiert. Jantje Tamara und Gideon S. hätten ihm in mehreren Treffen versichert, das Baby „auf völlig legale Weise“ bekommen zu haben, sagte der Journalist Roelof Bosma am Dienstag der Nachrichtenagentur AFP. Mit der aus Belgien stammenden leiblichen Mutter habe es über einen juristischen Vermittler einen Adoptionsvertrag unterzeichnet.

Die Staatsanwaltschaft von Gent hatte am Wochenende Ermittlungen gegen ein belgisches Paar wegen des Vorwurfs der „Kindesunterschiebung“ eingeleitet, was in Belgien mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden kann. Die 24-Jährige und ihr 22-jähriger Freund wollten demnach aus finanziellen Gründen ihr zweites Kind nicht behalten. Die Schwangerschaft war jedoch für eine Abtreibung schon zu weit fortgeschritten, deshalb suchte das Paar im Internet nach Paaren mit unerfülltem Kinderwunsch. Daraufhin meldeten sich die beiden Niederländer, sie zahlten laut niederländischen Medien bis zu 10.000 Euro für das Neugeborene.

Die leibliche Mutter meldete sich laut Staatsanwaltschaft am Tag der Niederkunft im Juli unter dem Namen der Niederländerin im Krankenhaus an. Das Kind wurde nach einem Bericht der Zeitung „Het Laatste Nieuws“ wenige Stunden nach der Geburt auf einem Parkplatz übergeben. Jantje Tamara S. wies die Darstellung in einem niederländischen TV-Bericht zurück: Das Krankenhaus sei über den Vorgang informiert gewesen, sie und ihr Mann hätten sogar mit dem Gynäkologen und dem behandelnden Arzt der belgischen Mutter gesprochen. Die Klinik in Gent bestätigte dies jedoch nicht.

In Belgien löste der Fall Empörung aus: „Kann man jetzt bald Babys bei Ebay kaufen?“, titelte die Zeitung „De Standaard“. Der Fall erinnert zudem an das Schicksal der kleinen Donna, die 2005 von einer Leihmutter ausgetragen wurde. Entgegen der Vereinbarung mit dem biologischen Vater und seiner Partnerin verkaufte diese das Kind jedoch nicht an das belgische Paar, sondern zu einem höheren Preis von 15.000 Euro an niederländische Adoptionswillige.

Das Kind ist inzwischen vier Jahre alt und lebt in Leusden. Der biologische Vater errang am Dienstag vor dem Berufungsgericht im niederländischen Arnheim ein Besuchsrecht für die Kleine. Wie dies genau aussehen soll, wird nach Angaben der Richter erst bestimmt, wenn das Kind über seine Herkunft aufgeklärt werden kann.

Medien & TV Online-Einkauf von Medikamenten deutlich gestiegen - Jeder Dritte surft für die Gesundheit
25.11.2008
25.11.2008
Medien & TV Über 1000 Gäste erwartet - Offenburg rüstet sich für Bambi
25.11.2008