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Medien & TV Artist (95) aus Sachsen will neues "Supertalent" werden
Nachrichten Medien & TV Artist (95) aus Sachsen will neues "Supertalent" werden
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13:11 14.10.2009
Hält sich für ein "Supertalent": Rudolf Franke aus Sachsen.
Hält sich für ein "Supertalent": Rudolf Franke aus Sachsen. Quelle: ddp
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Auslöser für seinen Schritt vor die Kameras der RTL-Castingshow sei ein 101-jähriger Engländer gewesen, den er im vergangenen Jahr im Fernsehen gesehen habe, sagte Franke am Mittwoch im ddp-Interview. Dieser Mann habe ihm Mut gemacht, weiter zu trainieren statt lustlos im Bett zu liegen. „Es lohnt sich, weiter zu kämpfen“, betonte Franke. Die dritte Staffel der Showreihe „Das Supertalent“ startet am Freitag (16. Oktober, 20.15 Uhr). In elf Folgen sucht der Kölner Privatsender erneut „das spektakulärste Unterhaltungstalent Deutschlands“.

Der 1914 im sächsischen Heidenau geborene Franke wird sich in der Castingshow vor der Jury um Pop-Produzent Dieter Bohlen auf einem Brett auf einer Rolle balancierend Kaffee einschenken, umrühren und trinken. „Das ist keine große Leistung, aber in meinem Alter fast unmöglich“, sagte Franke. Der Auftritt sei aber kein Problem für ihn gewesen, schließlich genieße er seinen Kaffee täglich auf der Rolle. „Die Jury war ziemlich ernst. Es passte ihnen nicht, dass ich dort war“, sagte er. Ein schönes Gefühl sei es nach mehr als 40 Jahren ohne Scheinwerfer dennoch für ihn gewesen.

Franke begann eigenen Angaben zufolge bereits als Kind mit Geräteturnen, Leichtathletik und Schwimmen. Später tourte er als Äquilibrist durch Varietétheater in zwölf Ländern. Mit 50 Jahren hängte er seinen Beruf an den Nagel und arbeitete bis zur Rente als Verkäufer. Er habe in seinem Leben schon „unwahrscheinlich viel durchgemacht“, den Zweiten Weltkrieg und mehr als zwei Jahre Gefangenschaft erlebt, sagte Franke.

Bei seinen inzwischen verstorbenen Freunden hat er mit ansehen müssen, wie sie von Jahr zu Jahr abbauen. „Das kommt auch auf mich zu. Das ist ein harter Kampf, denn ohne Schmerzen kann man wohl nicht älter werden“, sagte der rüstige Rentner. Im Moment sei er zufrieden und fühle sich gut. Er wolle weiterhin seine täglichen Turnübungen absolvieren. Zusätzlich fährt er nach wie vor Fahrrad, geht schwimmen und in die Sauna. „Es klappt alles noch prima. Niemand schätzt mich auf 95.“ ddp